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Zwischen Euphorie, Stolz und Enttäuschung – HC Elbflorenz Dresden kann starke Saison nicht krönen

News
 
29. Juni 2026
 
Mia Uhl

Die Saison 2025/26 wird beim HC Elbflorenz lange in Erinnerung bleiben. Mit dem dritten Tabellenplatz, 50:18 Punkten und einem Torverhältnis von 1.139:1.032 spielte die Mannschaft die erfolgreichste Zweitliga-Saison der Vereinsgeschichte. Von Beginn an gehörte das Team zur Spitzengruppe der Liga und hielt den Traum vom Aufstieg bis in das letzte Drittel der Spielzeit am Leben.

Am Ende fehlten sechs Punkte auf einen Aufstiegsplatz. Das sorgte für Enttäuschung, schmälerte jedoch nicht den Stolz auf eine außergewöhnlich starke Saison. Zur Halbserie hatte man noch den Platz an der Sonne inne und führte die Tabelle an. Wie schon in der Hinrunde musste man jedoch gegen die späteren Aufsteiger aus Bietigheim und Balingen Niederlagen hinnehmen. Vor allem die Heimniederlage gegen Balingen am Tag des 20-jährigen Vereinsjubiläums war ein herber Rückschlag.

Ein weiterer Dämpfer, der letztlich alle Aufstiegsträume begrub, war die Heimniederlage gegen den späteren Absteiger aus Krefeld. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass die Dresdner mit der erreichten Punktzahl in einigen zurückliegenden Spielzeiten aufgestiegen wären. Insofern haben die Sachsen den Aufstieg zwar verpasst, dennoch eine starke Saison gespielt.

Zwischenzeitlich war der HC Elbflorenz – inklusive Pokalwettbewerb – 17 Spiele in Serie innerhalb der regulären Spielzeit von 60 Minuten ungeschlagen. Der Pokalerfolg gegen den Erstligisten aus Hamburg war sicherlich das Highlight der Saison. Nicht zu vergessen: Beinahe hätte man sogar den späteren Europapokalsieger MT Melsungen aus dem Wettbewerb geworfen.

Mit 24 Siegen, zwei Remis und acht Niederlagen aus 34 Spielen sowie mehr als 1.100 erzielten Toren stellte der HC Elbflorenz nicht nur eine der gefährlichsten Offensiven der Liga, sondern überzeugte auch durch deutlich mehr Konstanz als in den Jahren zuvor. Viele Partien gewann man erst in der Crunchtime. Solche Spiele hatte der HC Elbflorenz in der Saison zuvor noch häufig aus der Hand gegeben – ein klarer Fortschritt. Einen wichtigen Anteil daran hatte auch Linksaußen Julius Dierberg. Mit 178 Toren in 34 Spielen war er der Torschütze des HC Elbflorenz und belegte so Platz fünf der Torschützenliste der 2. Handball-Bundesliga. Nimmt nur die geworfenen Feldtore, landet der Dresdner Kapitän und Dauerbrenner Sebastian Greß mit 168 Treffern auf Platz vier aller Zweitligaspieler. Beide Spieler tragen schon lange das Trikot des HC Elbflorenz und werden es auch in der kommenden Saison tun. 

Der Vergleich mit den beiden Aufsteigern zeigt jedoch auch, warum es am Ende nicht ganz reichte. Balingen und Bietigheim mussten deutlich seltener in enge Schlussphasen und entschieden viele Spiele bereits früher zu ihren Gunsten. Einen Vorteil hatten die Aufsteiger zudem in der Defensive. Die besten Abwehrreihen der Liga stellten Balingen und Bietigheim. Der HC Elbflorenz kassierte im Schnitt zwei bis drei Treffer mehr pro Partie. Das klingt zunächst nach einem geringen Unterschied, ist angesichts der Leistungsdichte in der 2. Handball-Bundesliga jedoch ein entscheidender Faktor.

Neben den sportlichen Erfolgen prägten auch die Atmosphäre und die Unterstützung der Fans diese Saison. Die BallsportARENA entwickelte sich mehr denn je zu einer echten Festung, die Heimspiele wurden zu emotionalen Handballabenden, und die Begeisterung rund um den Verein war so groß wie selten zuvor. Mannschaft, Trainerteam und Anhänger sorgten gemeinsam für eine Aufbruchsstimmung, die weit über Dresden hinaus wahrgenommen wurde.

Sechsmal war die BallsportARENA ausverkauft – ein neuer Vereinsrekord. Zudem erreichte der HC Elbflorenz mit durchschnittlich 2.187 Zuschauern pro Heimspiel den besten Zuschauerschnitt seiner Geschichte.

So bleibt am Ende eine Saison zwischen Euphorie, Stolz und Enttäuschung. Euphorie über eine Mannschaft, die über Monate hinweg begeisterte. Stolz auf die erfolgreichste Spielzeit der Vereinsgeschichte. Und Enttäuschung darüber, dass der große Traum vom Aufstieg letztlich unerfüllt blieb.

Dennoch hat sich der HC Elbflorenz in der Spitzengruppe der 2. Handball-Bundesliga etabliert, wichtige Vereinsrekorde aufgestellt und bewiesen, dass der eingeschlagene Weg konsequent nach oben führt. Die Saison 2025/26 war damit nicht nur die erfolgreichste der Vereinsgeschichte, sondern zugleich ein starkes Signal für die Zukunft des Dresdner Handballs. In der kommenden Saison wird der HC Elbflorenz erneut angreifen – und den Traum vom Aufstieg wieder ins Visier nehmen.

Nicht vergessen darf zudem, dass der HC Elbflorenz auch im Jugendbereich einer Weiterentwicklung entgegen sieht, denn kommende Saison spielt B- wie A-Jugend in der Jugend-Bundesliga. Zudem die C-Jugend in der höchstmöglichen überregionalen Spielklasse. Die abgelaufene Saison des Juniorteams sowie Entwicklungen bei Akteuren wie Ediz Atas und Louis Bensch zeigen, dass die Verzahnung mit dem Jugendbereich seine ersten Früchte trägt. Zudem gibt es bald wieder Schüler mit dem Schwerpunkt Handball an der Dresdner Sportschule. Lange war man im Dresdner Handball Lichtjahre von so einer Entwicklung entfernt. Für die Dresdner ist es der Ansporn, den eingeschlagenen Weg der Jugendarbeit weiterzugehen. 

Text: Wolfram Wegehaupt

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