[33. Spieltag] TV Großwallstadt vs. HC Elbflorenz Dresden 29:33 (12:15)
Die Mission Platz 3 galt für den HC Elbflorenz auch beim letzten Auswärtsspiel der Saison 2025/2026 beim TV Großwallstadt. Während das Heimteam lediglich 11 Akteure zur Verfügung hatte und im Grunde auf eine etwas wilde personelle Spielzeit zurückblicken kann, konnte der HC Elbflorenz wieder ein paar Spieler mehr als zuletzt in den Bus packen.
Bis zum 5:7 hatten sich die Dresdner einen kleinen Vorteil erspielt. Vor allem über den Kreis waren sie gut im Spiel. Anschließend mussten die Gäste in der Defensive eine doppelte Unterzahl hinnehmen. Sie verteidigten zu viert leidenschaftlich und konnten im Angriff viel Zeit von der Uhr nehmen. So traf der TVG in dieser Phase nur einmal, genauso wie die Dresdner (6:8).
Zu Beginn war es bei den Großwallstädtern vor allem Top-Torschütze Connar Battermann, der dem HC Elbflorenz Probleme bereitete. Anschließend wurde der Gastgeber seinerseits über den Kreis zunehmend stärker. Auffällig war dabei der junge Norweger Axel Skaarnæs. Auffällig war bis dahin aber auch, dass der TVG zu wenig aus seinen Überzahlsituationen machte. Zudem ließ das Heimteam einige klare Chancen ungenutzt beziehungsweise scheiterte immer wieder am starken Marino Mallwitz.
Ab der 20. Minute herrschte dann auf beiden Seiten etwas Flaute im Angriffsspiel. Beide Teams ließen die letzte Konsequenz und klare Aktionen vermissen. In seiner ersten Auszeit lobte Trainer Haber zwar die Defensive sowie Torwart Mallwitz, forderte von seinem Team aber mehr Tempo aus der Abwehr heraus.
Nach einer längeren Phase ohne Treffer war es schließlich der sehr gut aufgelegte Anton Preußner, der für die Sachsen zum 8:11 traf. Zu diesem Zeitpunkt waren noch fünf Minuten bis zur Pause zu spielen. Letztlich ging der HC Elbflorenz mit einer durchaus verdienten Drei-Tore-Führung (12:15) in die Kabine. Der Unterschied lag vor allem darin, dass das Heimteam im Gegensatz zu den Dresdnern zu viele klare Chancen liegen ließ.
Beim 16:18 in der 37. Minute konnte man festhalten: Kein Team war in der zweiten Halbzeit bislang so richtig im Spiel angekommen. Zwar fielen Tore, doch immer wieder gab es Leerlauf mit Blick auf die Angriffsbemühungen beider Mannschaften.
In der Folge kam der HC Elbflorenz zu drei Treffern in Serie, darunter zwei Tempogegenstöße, und zog erstmals auf fünf Tore davon (16:21). TVG-Trainer Lohrbach hatte Redebedarf, nahm eine Auszeit und stellte anschließend auf das Sieben-gegen-Sechs um. Das war durchaus auch ein Kompliment an die Dresdner Defensive, die bis dahin überzeugen konnte.
Nach der Fünf-Tore-Führung sahen die 1.727 Zuschauer zunächst eine Dresdner Mannschaft, die dem Spielstand kaum Luft zum Atmen ließ. Bis zur 49. Minute hatte sich der TVG jedoch wieder auf zwei Tore herangekämpft (24:26). Beim Stand von 24:27 verloren die Sachsen dann Doruk Pehlivan nach seiner dritten Zeitstrafe und mussten für zwei Minuten in Unterzahl agieren.
In den folgenden Minuten ließ der TVG gleich zweimal die Chance zum Anschlusstreffer liegen, während die Dresdner per Konter zum 25:28 traf. Bei der dritten Gelegenheit, das 26. Tor zu erzielen, traf Florian Eisenträger Marino Mallwitz im Gesicht, woraufhin die Partie kurzzeitig hitziger wurde.
Als die Sachsen zum 25:30 trafen, war die Begegnung entschieden. Letztlich gewannen die Dresdner mit 33:29. Dabei hatten sie die meisten Phasen der zweiten Halbzeit relativ souverän kontrolliert.
Für einen Akteur war das Ergebnis an diesem Tag jedoch vielleicht nur Nebensache. Die Rede ist von Mario Stark. Der TVG-Spielmacher erzielte das letzte Tor der Partie – und zugleich sein letztes Tor für den Verein, für den er über viele Jahre aktiv war. Stark war über lange Zeit eine Identifikationsfigur des TVG und „ganz nebenbei“ auch ein Handballer, dem man stets gerne beim Spielen zugesehen hat. Ohne Frage war er ein Spieler, der einige seiner Wegbegleiter mit seiner Art auf und neben dem Feld mit geprägt hat.
Fazit: Unter dem Strich feierte der HC Elbflorenz einen verdienten Auswärtssieg in Großwallstadt. Die Dresdner überzeugten vor allem durch ihre stabile Defensive, einem guten Torhüter-Duo und eine insgesamt reifere Spielanlage. Zwar gelang es ihnen nicht, sich über die gesamte Spielzeit konstant abzusetzen, doch immer dann, wenn der TVG verkürzen konnte, fanden die Sachsen die passende Antwort. Die Gastgeber ließen dagegen zu viele gute Chancen ungenutzt und konnten ihre Überzahlsituationen nicht konsequent genug ausspielen. So brachte der HC Elbflorenz den Vorsprung letztlich souverän ins Ziel und untermauerte mit dem Erfolg seine Ambitionen im Kampf um Platz drei.
So hat der HC Elbflorenz nun 48:18 Punkte und damit im Blick auf dem VfL-Potsdam wieder vorgelegt.
Die letzten Worte gehen aber an Mario Stark: Nach 10 Jahren TVG, nur das Beste für die Zukunft!
Mallwitz/Cantegrel (beide Tor), Greß 8, Dierberg 6/4, Thümmler , Seidler 1, Bensch, Preußner 10, Aktas , Dutschke , Stoyke, Löser 2, Schmelzer, Stavast 2, Pehlivan 3, Wucherpfennig 1
Cheftrainer André Haber sagte nach der Partie: „Ich muss meinem Team ein Kompliment aussprechen. Man hat im Training und vor dem Spiel in der Kabine gemerkt, dass sie dieses letzte Auswärtsspiel unbedingt gewinnen wollten. In der 1. Halbzeit haben wir es etwas verpasst und abzusetzen. Das ist uns in der 2. Halbzeit dann gelungen Wir sind dann letztendlich immer in Führung geblieben und haben auch alle Angriffe des TVG abgewehrt das Spiel zu gewinnen. Am Ende war es uns wichtig auch dazu beizutragen, dass ein Spieler wie Mario Stark – mit der Vita, die er beim TVG hat – den entsprechenden Rahmen für seine Verabschiedung bekommt.“
Text: Wolfram Wegehaupt