Dresden will die nächsten Heimpunkte
[26. Spieltag] HC Elbflorenz Dresden vs. Eulen Ludwigshafen (Vorbericht)
Der HC Elbflorenz
Der HC Elbflorenz startet mit einem Heimspiel in die Osterzeit – was will das Dresdner Handballherz am Gründonnerstag mehr? Das dachten sich wohl auch viele HCE-Fans, denn schon eine Woche vor dem Spiel waren viele Karten verkauft. So kann das Team von André Haber, das mittlerweile zu den Zweitligamannschaften mit einem Zuschauerschnitt von über 2.000 gehört, erneut auf ein kleines Handballfest in der BallsportARENA hoffen – und vielleicht auf einen Vereinsrekord: Noch nie waren in einer Zweitligasaison fünf Partien ausverkauft. Entsprechend setzen die Sachsen vor den eigenen Fans gegen die Eulen Ludwigshafen alles auf einen Heimsieg. Zu den bisherigen 17 Heimspielpunkten sollen zwei weitere dazukommen. Und das müssen sie auch, denn nach der Niederlage der Dresdner in Nordhorn haben die Landeshauptstädter den direkten Kontakt zu den Top 2 etwas verloren. Der Rückstand beträgt mittlerweile vier bzw. fünf Punkte.
Vor allem mit dem Tempospiel zeigte sich der Dresdner Trainer im Nachgang nicht zufrieden, denn dieses verlor der HC Elbflorenz in Nordhorn – untypisch für die Dresdner – klar. In den neun verbleibenden Saisonspielen muss beim HC Elbflorenz nun vieles passen, will man noch einmal oben angreifen. Solange es jedoch eine Chance gibt, wird das Team von André Haber alles in die Waagschale werfen. Personell kann Trainer Haber wohl auf das Team der letzten Wochen zurückgreifen. Die Spieler, die Elbflorenz nicht zur Verfügung stehen, sind hinlänglich bekannt.
Der am Ende entscheidende Mann aus dem Hinspiel, HCE-Keeper Marino Mallwitz, sagte vor dem Rückspiel: „Nach der maximal bitteren Ein-Tore-Niederlage in Nordhorn ist es vielleicht gut, dass wir mit Donnerstag relativ zeitnah spielen. Man hat schnell die Chance, es wieder besser zu machen. Was das Rennen um die ersten beiden Plätze angeht, schauen wir vor allem auf uns. Wir können eh nicht beeinflussen, wie die Teams vor uns spielen. Aktuell spielen wir bisher die beste Zweitligasaison des HC Elbflorenz überhaupt, und dieses gute Gefühl wollen wir weiter transportieren. In Nordhorn haben wir nicht ausreichend das Selbstverständnis gezeigt, das wir als Drittplatzierter in der 2. Liga auch haben dürfen. Das müssen wir gegen die Eulen wieder mehr auf die Platte bringen und dabei auch den Spaß am Spiel nicht vergessen. Wenn wir das schaffen, sehe ich uns vorn – und das gerne klarer als im Hinspiel. Ich hoffe, dass wir im Verbund aus Deckung und Torhüter ähnlich gut arbeiten können wie beispielsweise gegen Coburg und Nordhorn. Insgesamt haben wir da einen Schritt nach vorn gemacht. Im Angriff müssen wir aber auf jeden Fall wieder zulegen. Vor allem im Tempospiel müssen wir uns im Vergleich zu Nordhorn steigern. Da wollen wir wieder an unser übliches Niveau anknüpfen.“
Allgemeine Einordnung des Gegners
Die Eulen Ludwigshafen stammen aus der zweitgrößten Stadt von Rheinland-Pfalz. Rund 172.000 Einwohner bevölkern die Stadt. Seit 2017 trägt der Traditionsverein den Namen „Die Eulen“, zuvor war man als TSG Friesenheim bekannt. Insgesamt stehen 25 Zweitligaspielzeiten zu Buche, hinzu kommen mehrere Jahre in der 1. Bundesliga. Besonders die Klassenerhalte 2018 und 2019 blieben durch ihre Dramatik bis zum letzten Spieltag in Erinnerung. Insgesamt sind die Eulen ein traditionsreicher Handballstandort.
Die bisherige Saison des Gegners
Seit dem Abstieg 2021 zeigte die Entwicklung der Eulen tendenziell nach unten. In der vergangenen Saison verhinderte das Team erst am letzten Spieltag den Absturz in die 3. Liga. Auch in der Saison 2025/26 lief es zunächst nicht rund: Mit 4:12 Punkten aus acht Partien startete man schwach. Bereits zuvor trennte man sich von Trainer Johannes Wohlrab. Neuer Cheftrainer wurde Michael Haaß, ehemaliger Bundesligaprofi, 120-facher Nationalspieler und Weltmeister von 2007, der auch bereits als Trainer in der 1. und 2. Liga tätig war. Mit 18:32 Punkten nach 25 Partien zeigte sich das Team im Saisonverlauf zunehmend stabiler. Der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz beträgt derzeit lediglich vier Punkte. Die verbesserte Punktausbeute nach dem schwachen Start zeigt, dass die Mannschaft unter dem neuen Trainer Zeit brauchte, um dessen Spielidee umzusetzen. Zuletzt verlor man vor der Länderspielpause zweimal erwartungsgemäß gegen die Spitzenteams aus Balingen und Bietigheim. Am letzten Spieltag kam noch eine Niederlage gegen den VfL Eintracht Hagen dazu. Nach drei Niederlagen lechzen die Eulen also durchaus nach einem Erfolg. Das Hinspiel bei den Eulen gewannen die Sachsen im Übrigen denkbar knapp mit 31:30. Matchwinner war damals Marino Mallwitz, der den letzten freien Ball der Eulen spektakulär entschärfte.
Der Kader der Eulen
Wichtigster Neuzugang der Eulen war vor der Saison Spielmacher Vincent Bülow, dessen Verpflichtung als echter Coup galt. Er kam aus Dessau und war dort einer der besten Spielmacher der 2. Liga. Umso bitterer war sein langfristiger Ausfall aufgrund einer Schulterverletzung. Mittlerweile ist er jedoch zurück und kann sein Team wieder unterstützen. Verlässliche Leistungsträger neben Bülow sind Außen Tim Schaller, der durchsetzungsstarke und aktuelle Top-Torschütze Marc-Robin Eisel (113 Tore), der wurfstarke Ex-Leipziger Friedrich Schmitt sowie der erfahrene Kreisspieler Frederic Stüber. Im Kader steht zudem der Ex-Dresdner René Zobel (rechter Rückraum).
Die Mannschaft der Eulen zeigt ihre Stärken bislang eher in der Defensive als im Angriff. Mit knapp 28 erzielten Toren pro Spiel bewegt man sich im unteren Drittel der Liga. HCE-Trainer André Haber sah trotz der letzten Niederlagen der Eulen ein Team aus Ludwigshafen, das mit Freude und einer gewissen Sorglosigkeit spielt. Die Dresdner werden also auf keinen Fall einen Gegner empfangen, der im Blick auf die kleine Niederlagenserie irgendwie verunsichert daherkommt.
Text: Wolfram Wegehaupt