Der HC Elbflorenz
Das letzte Spiel der bislang so erfolgreichen Hinrunde des HC Elbflorenz ist das Ostduell gegen den Dessau-Roßlauer HV. Besser kann man sich ein Hinrundenfinale eigentlich nicht ausdenken. Die Dresdner haben richtig Bock auf diesen Vergleich. Auch gegen den letzten Gegner, den TV Großwallstadt, konnten die Sachsen ihre Ungeschlagenen-Serie überzeugend fortsetzen und sind damit seit 14 Ligapartien ohne Niederlage. In Dessau kann der HC Elbflorenz nun noch die Kirsche auf die „Hinrunden-Sahne“ setzen. Dabei ist den Sachsen vollkommen klar: Für einen Erfolg muss noch einmal alles investiert werden. Die derzeit stärkste „Waffe“ ist dabei das Dresdner Angriffsspiel. Mit knapp 35 eigenen Treffern pro Partie stellt der HC Elbflorenz den stärksten Angriff der Liga. In Dessau will sich der HC Elbflorenz jedoch nicht nur auf seine Offensive verlassen, auch die Defensive soll es dem Gegner so schwer wie möglich machen. Personell ist im Vergleich zum Spiel am 22. Dezember alles beim Alten.
Der Ex-Dessauer und nun Dresdner Leistungsträger Timo Löser sagt vor dem Ostduell:
„Für uns wird es wichtig sein, von der ersten Minute an diese Partie anzunehmen. Wir gehen von einem intensiven und kampfbetonten Spiel aus. Ein Derby am Weihnachtsfeiertags-Spieltag – was Besseres gibt es nicht! Wir haben total Bock darauf, in Dessau erfolgreich zu sein. Wir haben die Mentalität und die Qualität, dort erfolgreich zu sein. Wir werden kein Prozent weniger geben als in den letzten Spielen. Im Hinblick auf die Atmosphäre gilt es aber auch, einen kühlen Kopf zu bewahren.“
Allgemeine Einordnung
Der Dessau-Roßlauer HV ist ein traditionsreicher Handballverein aus Sachsen-Anhalt, fest verankert in der Doppelstadt Dessau-Roßlau an der Elbe. Leipzig ist rund 60 Kilometer, Magdeburg etwa 70 Kilometer entfernt. In einer Region mit großer Sportgeschichte hat sich der Klub seit seiner Gründung über Jahrzehnte zunächst im DDR- und später im gesamtdeutschen Handball einen Namen gemacht. In der „ewigen Tabelle“ der 2. Liga rangieren die Dessauer aktuell auf Platz 4 – und das mit nahezu 30 Spielzeiten in der zweithöchsten deutschen Spielklasse. Das sind wahrlich beachtliche Werte. Die Heimspiele werden in der Anhalt-Arena ausgetragen, die mit rund 3.000 Plätzen eine enge und leidenschaftliche Atmosphäre bietet – ein Ort, an dem Tradition, Kampfgeist und Zusammenhalt spürbar sind.
Die bisherige Saison des Gegners
Mit 21:11 Punkten und derzeit Platz 7 kann man beim DRHV von einer bislang sehr erfolgreichen Hinrunde sprechen. Dies hatten den Dessauern sicherlich nicht viele Beobachter zugetraut. Nachdem man eine Serie von fünf ungeschlagenen Spielen hingelegt hatte, musste man zuletzt gegen die Top-Teams aus Bietigheim (33:25) und Balingen (36:30) zwei klare Niederlagen hinnehmen – beide auswärts. Das ist jedoch kein Beinbruch, wenn man bedenkt, dass beide Mannschaften zu den Top-Aufstiegskandidaten zählen. Zudem reiste der DRHV aufgrund vieler verletzter und erkrankter Spieler zuletzt mit einem Mini-Aufgebot nach Balingen und schlug sich trotzdem sehr respektabel. Man kann davon ausgehen, dass die Dessauer im Ostduell vor den eigenen Fans noch einmal alles investieren werden, um eine dritte Niederlage in Serie zu vermeiden und die Hinrunde erfolgreich abzuschließen. Mit 12:2 Punkten aus sieben Heimspielen sind die Bauhausstädter aktuell ein sehr heimstarkes Team.
Das Personal des Gegners
Der DRHV verfügt über eine Mannschaft, in der „Jugend forscht“ ebenso präsent ist wie Erfahrung. Aus der Abwehr heraus gehen die Dessauer immer wieder ins Tempo und bringen ihr kämpferisches Element besonders in der eigenen Halle zur Geltung. Dabei weiß das Team genau, wie es das Publikum nutzt, um jedes Prozent aus sich herauszuholen. Den Weggang wichtiger Leistungsträger an der Seitenlinie und auf dem Feld vor dieser Saison haben die Bauhausstädter gut kompensiert. Gemeint sind der langjährige Trainer Uwe Jungandreas, der nach Aue wechselte, sowie sein verlängerter Arm auf dem Spielfeld Vincent Bülow, der sich den Eulen Ludwigshafen anschloss. Die Leistungsträger finden sich auf verschiedenen Positionen: Rückraum-Mitte-Spieler Fritz-Leon Haake ist als Vorbereiter und Torschütze an fast 20 Prozent der DRHV-Treffer beteiligt, hinzu kommt der wurfstarke Halblinke Yannick Danneberg. Torhüter Philip Ambrosius ist seit Jahren im Verein und eine wichtige Integrationsfigur. Bester Torschütze ist Jakub Powarzyński mit 62 Treffern, der wie Danneberg im linken Rückraum agiert. Spielmacher Mika Schüler ist in dieser Saison ein wichtiger Faktor, während Rechtsaußen Yannick-Marcos Pust seit mehreren Jahren zu den Leistungsträgern in Dessau zählt.
Text: Wolfram Wegehaupt