[23. Spieltag] TuS N-Lübbecke vs. HC Elbflorenz Dresden 34:31 (16:20)
Nach 12 Minuten nahm TuS-Trainer Davor Dominiković seine erste Auszeit. Zu diesem Zeitpunkt lag der TuS Lübbecke mit 4:9 zurück. Die Dresdner hatten bis dahin bereits einige Tempotore erzielt – und das gegen ein Heimteam, das es mit der Hagen-Taktik probierte. Dabei wurden die Sachsen oft schon ab der Mittellinie mit drei Spielern angenommen. Schnell wurde jedoch deutlich, dass dem TuS die Erfahrung mit dieser Taktik fehlte. So gelang es dem HC Elbflorenz immer wieder, sein Tempospiel in Tore umzusetzen. Zudem stellten die Dresdner erneut eine starke Defensive, unterstützt von einem hervorragend aufgelegten Robin Cantegrel im Tor.
Auch nach der Auszeit ließ der HC Elbflorenz nicht nach und erhöhte bis zur 15. Minute auf 4:12. Als Alexander Schulze per Strafwurf zum 5:12 traf, waren die Lübbecker zuvor Minuten ohne Tor geblieben. Beim HCE setzten – wie schon in den Spielen zuvor – vor allem Kapitän Sebastian Greß und Doruk Pehlivan im Angriff die Akzente. Lübbecke fand kaum Mittel gegen beide, weder als Torschützen noch als Ballverteiler. Durch die klare Führung konnte Cheftrainer André Haber früh durchwechseln. In der 23. Minute führte Dresden weiterhin deutlich mit 23:16.
Danach schlichen sich beim HC Elbflorenz erste Ungenauigkeiten ein. Statt eine eigene Überzahl zu nutzen, verkürzte der TuS zunächst auf 10:16 und kurz darauf auf 11:16, woraufhin Cheftrainer André Haber seine erste Auszeit nahm. Anschließend traf Louis Bensch zum 11:17. Der TuS fand nun besser ins Spiel. Vor allem der auf die Mitte gewechselte Tjorven Sturhahn brachte zusammen mit Kreisspieler Max Santos neuen Schwung ins Lübbecker Angriffsspiel. Die Sachsen leisteten sich in dieser Phase einige Schwächen im Überzahlspiel, während TuS-Keeper Leon Grabenstein wichtige Paraden zeigte. So verkürzte Lübbecke in seiner besten Phase auf 15:19. Bis zur Pause trafen beide Teams noch einmal, sodass es mit 16:20 in die Kabine ging. Der TuS, der zwischenzeitlich bereits mit acht Toren zurückgelegen hatte, nahm dieses Ergebnis gerne mit. Die Sachsen konnten dagegen auf 20 Minuten Handball auf sehr hohem Niveau zurückblicken.
Der HC Elbflorenz kam gar nicht gut in die zweite Halbzeit, der TuS dagegen umso besser. Die Gastgeber trafen zum 17:20, 18:20 und 19:20 und holten zusätzlich noch eine Zeitstrafe heraus. Beim 20:21 parierte erneut Leon Grabenstein für den TuS, und Lübbecke kam im Gegenzug vom Kreis zum 21:21. André Haber nahm folgerichtig seine zweite Auszeit, um sein Team neu einzustellen. Anschließend gingen die Sachsen im Angriff ins Sieben-gegen-Sechs.
In der Folge wurde es ruppiger. Nachdem Dresden mit 23:22 in Führung lag, bekam Doruk Pehlivan einen Schlag aufs Zwerchfell und musste zunächst raus. Nur eine Aktion später sah Sven Wesseling nach einem Foul die rote Karte.
Nachdem der HC Elbflorenz beim 25:25 eine freie Chance vergab und anschließend einen technischen Fehler machte, ging der TuS beim 26:25 erstmals in Führung. Die Dresdner hatten defensiv seit der Schlussphase der ersten Halbzeit Probleme, die beweglichen TuS-Angreifer im Eins-gegen-Eins zu verteidigen oder den starken Max Santos am Kreis zu stoppen. Beim 28:26 durch Santos nahm André Haber erneut eine Auszeit – gut zwölf Minuten vor dem Ende.
Mit 29:28 ging es in die letzten zehn Minuten. Der HCE ließ zunächst eine gute Chance zum 29:29 liegen und verlor kurz darauf erneut den Ball. Der TuS nutzte seinen dritten Angriff zum 30:28 und legte nach einem weiteren Dresdner Fehlangriff das 31:28 nach. Nach dem 31:29 durch Sebastian Greß begann die Schlussphase.
Die HCE-Abwehr stand nun deutlich besser. Beim 31:30 in Überzahl waren die Sachsen wieder dran. Allerdings vergaben die Gäste in dieser Phase ein halbes Dutzend bester Chancen oder scheiterten an einem überragenden Leon Grabenstein im TuS-Tor. Als der Gast beim 32:31 eine Zeitstrafe kassierte, waren noch zwei Minuten zu spielen. Der TuS traf anschließend per Strafwurf zum 33:31. Der HC Elbflorenz ging 40 Sekunden vor dem Ende trotz Unterzahl in Manndeckung, gewann tatsächlich noch einmal den Ball – scheiterte aber erneut völlig frei an Leon Grabenstein. Am Ende verlor der HC Elbflorenz 34:31.
Fazit: Beim TuS, der bis dahin erst ein Heimspiel gewonnen hatte, verlor der HCE am Ende verdient. Nach einer richtig guten ersten Halbzeit, in der die Dresdner zwischenzeitlich mit acht Treffern geführt hatten, gab der HC Elbflorenz das Spiel mehr und mehr aus der Hand. Dabei hatte man in der Schlussphase immer wieder klarste Chancen, scheiterte jedoch mehrfach an TuS-Keeper Leon Grabenstein, dem Mann des Spiels mit 13 Paraden (42 Prozent). Dass Lübbecke die Qualität besitzt, Spitzenteams zu bezwingen – Siege gegen Tabellenführer Bietigheim und den Tabellenvierten Potsdam – war bereits bekannt. Am Ende scheiterte der HC Elbflorenz jedoch vor allem an sich selbst und verlor die zweite Halbzeit mit sieben Toren, nachdem man zur Pause noch mit vier Treffern geführt hatte. Erstmals in dieser Saison gab es in einem HCE-Spiel eine derart große Diskrepanz zwischen beiden Halbzeiten. Auffällig waren zudem die zu vielen Unzulänglichkeiten im Überzahlspiel. Für den TuS war es der dritte Sieg in den vier Partien gegen die Top-Vier. Ein Ausrufezeichen!
Damit hat der HC Elbflorenz 31:12 Punkte und konnte an diesem Spieltag als einziges Team in der Spitzengruppe nicht punkten.
Tore: Mallwitz/Cantegrel (beide Tor), Norberg , Bensch 2, Dierberg 8/3, Pehlivan 6, Preußner 2, Stavast , Greß 4, Stoyke, Dutschke, Thümmler, Seidler 3, Wucherpfennig 5, Pichiri 1
Cheftrainer André Haber sagte nach dem Spiel enttäuscht: „Wir spielen sehr gute 20 Minuten und dann machen wir Fehlwurf um Fehlwurf bzw. hält Leon Grabenstein auch sehr gut. Zudem bekommen wir vor allem ab dem Ende der 1. Halbzeit nichts mehr von dem verteidigt, was wir vorher klar vorbereitet haben. Und bei 10, 11 oder 12 Fehlwürfen im 2. Spielabschnitt kannst du dann auch einfach nicht mehr gewinnen. Wir hatten in der wichtigen Schlussphase noch genug Chancen, das Ergebnis besser zu gestalten.“
Text: Wolfram Wegehaupt