[22. Spieltag] VfL Lübeck-Schwartau vs. HC Elbflorenz Dresden (Vorbericht)
Der HC Elbflorenz
Von den vier Spitzenduellen im Februar (Bietigheim, Balingen, Potsdam, Hagen) gewannen die Dresdner zwei Partien und verloren zwei – dieselbe Bilanz wie bereits in der Hinrunde. Der Unterschied: Vor allem die Spiele gegen Balingen und Bietigheim waren zu Beginn der Rückrunde deutlich enger. Auffällig beim HC Elbflorenz in den bisherigen Spielen 2026 ist die gesteigerte defensive Stabilität, während offensiv zuletzt nicht ganz die Werte der Hinrunde erreicht wurden – diese lagen allerdings an der Ligaspitze. Nun gilt es, beide Aspekte zusammenzuführen. Am Montag steht für die Dresdner auswärts beim VfL Lübeck-Schwartau erneut eine schwere Aufgabe an. Leidenschaft und Nervenstärke sind gefragt, um zwei Punkte aus dem Norden zu entführen. Die Geschichte des Auswärtsspiels der vergangenen Saison kannte zwischenzeitlich ganz Handballdeutschland: Sie wissen schon, das Ding mit dem 8. Feldspieler und dem so auch entrissenen Sieg. Auf solche Unwägbarkeiten wollen es die Dresdner diesmal möglichst nicht ankommen lassen und die Partie idealerweise vor der letzten Spielminute für sich entscheiden. Personell wird sich im Vergleich zum Erfolg gegen Hagen nichts ändern.
Cheftrainer André Haber sagte auf die Frage, ob er ein enges Spiel erwartet:
„Also, ich, ich erwarte auf jeden Fall ein hart umkämpftes Spiel. Natürlich bin ich auch ein glücklicher Trainer, wenn wir so gut spielen, dass wir das Spiel irgendwie vorher in den Griff bekommen. In dieser zweiten Liga hat jedes Spiel das Potenzial, in die letzten zehn Minuten zu gehen und total offen zu sein. Es passiert nicht jedes Spiel, aber jedes Spiel ist es möglich. Je öfter wir in der Crunchtime erfolgreich sind, desto selbstbewusster spielst du die Crunchtime auch. Da hilft uns das Erlebnis gegen Hagen und zuvor gegen Potsdam wieder enorm, nachdem wir zuvor auch zwei Partien in dieser entscheidenden letzten Phase des Spiels abgegeben haben.“
Allgemeine Einordnung des Gegners
Der Verein ist in Bad Schwartau in Schleswig-Holstein beheimatet, unmittelbar nördlich von Lübeck; die Heimspiele werden in der Lübecker Hansehalle ausgetragen. Der VfL Lübeck-Schwartau hat seine Wurzeln im 1863 gegründeten Schwartauer MTV und entstand im Laufe der Zeit durch Zusammenschlüsse mit weiteren Vereinen. Die Handballabteilung entwickelte sich zum Aushängeschild des Vereins und gewann 2001 den DHB-Pokal. Nach der Saison 2002/03 wurde die Spielgemeinschaft zwischen dem VfL Bad Schwartau und dem HSV Lübeck aufgelöst; der HSV Lübeck übernahm nach einem Standortwechsel als HSV Hamburg den Bundesligaplatz. Die bisherige zweite Mannschaft des VfL Bad Schwartau rückte zur neuen ersten Mannschaft auf und spielte in der Regionalliga Nordost. 2006 verpasste sie knapp den Aufstieg, wurde ab 2007 von Spielertrainer Thomas Knorr übernommen und stieg 2007/08 in die 2. Bundesliga auf. 2011 folgte die Qualifikation für die eingleisige Liga, in der der VfL seither zu den Dauergästen zählt.
Die bisherige Saison des Gegners
Aktuell ist der VfL das sprichwörtliche „personifizierte“ Mittelfeld der Liga: Mit 21:21 Punkten steht man exakt zwischen positiver und negativer Bilanz. Bis zum Jahresende 2025 spielte sich der VfL zunehmend in Form und blieb vor der EM-Pause acht Spiele in Serie ungeschlagen. Das Jahr 2026 brachte bislang jedoch 0:8 Punkte aus vier Spielen. Die Gegner hießen allerdings Dessau, Balingen, Bietigheim und Potsdam – allesamt Spitzenteams der Liga. Auffällig, insbesondere bei den Heimniederlagen gegen Potsdam und Bietigheim: Der VfL erzielt viele Tore, kassiert aber noch mehr Gegentreffer. Im Schnitt standen in den vergangenen vier Spielen 36 Gegentore zu Buche. Ein interessantes Detail im Hinblick auf den Abschluss der englischen Woche: Die Lübecker hatten ligaweit innerhalb der englischen Woche die meisten Pausentage und zugleich den geringsten Reisestress aller Zweitligisten.
Der Kader des Gegners
Der Kader des VfL kann durchaus als eingespielt bezeichnet werden. Viele Leistungsträger stehen bereits seit längerer Zeit im Verein. Spieler wie Rückraumrechter Janik Schrader – aktuell wohl einer der besten Zweitligaspieler auf seiner Position – oder Linksaußen Jan-Eric Speckmann prägen den Handball der Hansestädter. Auch Mittelmann Einar Nickelsen hat sich während seiner Zeit beim VfL zur festen Stammkraft entwickelt. Mit 107/2 Treffern ist er aktuell der Top-Torschütze seines Teams. Als Neuzugänge kamen vor dieser Spielzeit Ole Schramm vom VfL Potsdam, der vor allem die Defensive stärkt, sowie der 23-jährige Spielmacher Magnus Holpert vom Kooperationspartner SønderjyskE. Mit Alexander Hartwig, einem Linksaußen vom HSV Hamburg, verstärkte der VfL zudem die linke Außenbahn.
André Haber zum Gegner:
„Der VfL hat eine sehr schnelle und junge Mannschaft, die eine Passgeschwindigkeit besitz und sich auch ohne Ball viel bewegt. In der Abwehr spielen sie sehr mannbezogen.“
Text: Wolfram Wegehaupt