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HC Elbflorenz gewinnt Abwehrschlacht gegen Hagen in der Crunchtime

News,Spieltagsberichte/-vorschau
 
26. Februar 2026
 
Mia Uhl

[21. Spieltag] HC Elbflorenz Dresden vs. VfL Eintracht Hagen 27:24 (11:13)

 

Die 2. Liga befindet sich in einer englischen Woche mit Spielabständen von drei bis vier Tagen. Für beide Teams war das Mittwochsspiel bereits die zweite Partie dieser intensiven Woche. Unter den 2068 Zuschauern befanden sich auch zwei Handvoll mitgereister Hagener Fans.

 

Hagen startete mit einer offensiven 5:1-Abwehr, der HC Elbflorenz in der gewohnten 6:0-Formation. Durch frühes, offensives Annehmen verhinderten die Gäste zudem die schnelle Mitte und zweite Welle der Dresdner. Da beide Abwehrreihen zunächst gut funktionierten, fielen vor allem Kontertore. Die starke Defensive der Gäste sorgte in der 13. Minute für eine 3:6-Führung aus Dresdner Sicht. Cheftrainer André Haber nahm daraufhin seine erste Auszeit, da das Heimteam Probleme im Positionsangriff hatte. Anschließend kam Blitz-Neuzugang Lauro Pichiri zu seinen ersten Minuten im HCE-Dress, während Hagen im Sieben-gegen-Sechs agierte. 

Auch danach blieb der HC Elbflorenz in drei Angriffen ohne Treffer, während Hagen auf 3:7 erhöhte. Erst eine Überzahlsituation brachte den vierten Dresdner Treffer. Vier Tore nach knapp 18 Minuten hatte es in dieser Saison bei den Sachsen noch nicht gegeben. Das zwischenzeitliche 6:8 konterte der VfL prompt zum 6:10, inzwischen spielten beide Teams im Sieben-gegen-Sechs.

Bis zum 8:10 sahen die Zuschauer starke Abwehrarbeit, aber auch fehlerhaften Handball auf beiden Seiten. Paraden von HC Elbflorenz Keeper Marino Mallwitz und eine weitere Überzahl ermöglichten den Anschluss zum 9:10 und 10:11. In den letzten drei Minuten der ersten Halbzeit ließ der HC Elbflorenz jedoch zweimal den Ausgleich liegen. Hagen traf stattdessen per Konter zum 10:12 und nach dem 11:12 in fast letzter Sekunde durch Linksaußen Benedikt Israel zum 11:13. So endete eine von Abwehrarbeit und hoher Fehlerquote geprägte erste Halbzeit. Beide Trainer hatten einiges zu besprechen. 

 

Die zweite Halbzeit begann auf beiden Seiten ebenso fehlerhaft wie die erste. Der HC Elbflorenz verteidigte gut, benötigte jedoch vier Chancen, um zum 13:13 auszugleichen. Doruk Pehlivan erlöste sein Team. Das Sieben-gegen-Sechs blieb auf beiden Seiten das bevorzugte Angriffsmittel. Hagen agierte dabei – wie schon in Halbzeit eins – häufig nah am Zeitspiel, da die Dresdner Abwehr in dieser Phase sehr stabil stand. Der HC Elbflorenz nutzte seine Überzahl besser als der Gast, ließ aber zu viele Chancen liegen, ging dennoch in der 37. Minute erstmals seit langer Zeit mit 15:14 in Führung. Pehlivan übernahm viel Verantwortung, doch Hagen drehte die Partie mit zwei Treffern erneut zum 15:16.

Zwei Paraden von Marino Mallwitz brachten die Dresdner anschließend, teils sogar in Unterzahl, erstmals mit 20:18 in Führung. Hagen zeigte sich unbeeindruckt und glich zum 20:20 sowie später zum 21:21 aus. Beide Teams warfen alles in dieses Spiel, ehe eine Auszeit des Heimteams die letzten knapp zwölf Minuten einleitete.

Nach einer Phase der gegenseitigen Neutralisation erzielte Hagen zehn Minuten vor dem Ende in Überzahl das 21:22. Beide Mannschaften taten sich im Angriff schwer, doch ein Dresdner Fehler ermöglichte den Gästen das 21:23 ins verwaiste HC ElbflorenzTor. Doruk Pehlivan antwortete mit zwei Treffern zum 22. und 23. Dresdner Tor im Sieben-gegen-Sechs. Nach erneutem Ballgewinn nutzten die Hausherren ihre zweite Chance zur 24:23-Führung.

Fünf Minuten vor dem Ende erhöhte Oliver Seidler vom Kreis auf 25:23, nachdem er den Ball im Nachfassen verwertete – die Halle hielt kurz den Atem an. Die Möglichkeit zum 26:23 blieb ungenutzt. Anschließend parierte Mallwitz einen Siebenmeter und provozierte wenig später einen Hagener Fehlwurf aus kurzer Distanz. Erneut verpasste es Elbflorenz, den Sack zuzumachen, und Mallwitz rettete sein Team mit einer weiteren Parade. 90 Sekunden vor dem Ende nahm Hagen seine letzte Auszeit. In der BallsportARENA hielt es niemanden mehr auf den Sitzen, und als Anton Preußner nach Ballgewinn zum 26:23 ins leere Gegentor traf, explodierte die Halle. Am Ende gewann der HC Elbflorenz Dresden nach einer packenden Partie mit 27:24. Die Gäste blieben dabei über acht Minuten ohne eigenen Treffer.

 

Fazit: Wir wollen es nicht verschweigen: Es war für beide Fanlager auch ein Spiel zum Haare raufen. VfL Rückraumspieler Pouya Norouzinezhad sagte treffend nach der Partie: „Es war ein komisches Spiel von beiden Seiten.“ Der HC Elbflorenz zeigte im zweiten Spiel einer intensiven englischen Woche große Moral und kämpfte sich nach schwachem Start in die Partie. Vor allem die stabile Abwehr und ein überragender Mallwitz im Tor bildeten in der entscheidenden Phase das Fundament für den Erfolg. Doruk Pehlivan übernahm im Angriff viel Verantwortung und setzte vor allem in der 2. Halbzeit wichtige Impulse. In einer umkämpften und teilweise fehlerbehafteten Begegnung behielt Dresden in der Schlussphase die Nerven. Der 27:24-Sieg war daher ein verdienter Lohn für Einsatz, Geduld und defensive Stabilität. Der Gast aus Hagen zeigte vor allem defensiv eine starke Leistung und kämpfte bis zum Schluss. Man ließ allerdings in der Crunchtime zu viele Chancen liegen und konnte bei insgesamt 35 der gesamten VfL-Angriffe kein Tor erzielen.

 

Mit dem ersten Heimsieg der Rückrunde hat der HC Elbflorenz mittlerweile 32:10 Punkte und mischt so weiter oben mit.

Tore: Mallwitz/Cantegrel (beide Tor), Norberg 5, Bensch, Dierberg 2/1, Pehlivan 7, Preußner 3, Stavast , Greß 2, Stoyke, Dutschke 1, Thümmler 1, Seidler 2, Wucherpfennig 4, Atkas, Pichiri

 

Cheftrainer André Haber sagte dem Spiel: „Ich habe heute zwei Mannschaften gesehen, die in der Abwehr absolut intensiv verteidigt haben und viel geackert. Es war ein bisschen so, als wäre für beide Teams die Mittellinie verflucht. Sobald es über diese Linie im Angriff ging, ist viel Quatsch passiert. Angriffe gab es genug auf beiden Seiten für mehr Tore. Ich bin stolz darauf, wie wir über 60 Minuten verteidigt haben. Das ist gegen Hagen alles andere als normal, denn das ist ein Team mit vielen Lösungen und schwer zu verteidigenden Spielern. Zudem freut mich, dass wir die Crunchtime so an uns gerissen haben. Das hat am Ende die Ausschlag gegeben.“

 

 

Text: Wolfram Wegehaupt

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