Sieg in Ferndorf
[27. Spieltag] TuS Ferndorf vs. HC Elbflorenz Dresden 28:31 (15:15)
Nach 30 Minuten ließen sich die Angriffsbemühungen des HC Elbflorenz wie folgt zusammenfassen: Im Tempo stark, im Positionsangriff dagegen mit vielen Fragezeichen – auch in Überzahl, die der HC Elbflorenz gleich mehrfach nicht nutzte. Die beiden Spieler, die nach der ersten Halbzeit keinerlei Fragezeichen hinterließen, waren die beiden Torhüter, nämlich Can Adanir auf Seiten des TuS und Marino Mallwitz bei den Sachsen. Beide kamen nach dem ersten Spielabschnitt auf jeweils sieben Paraden.
Die Gäste legten bei den Ferndorfern einen starken Start hin, denn die ersten fünf Treffer (0:5) erzielte der HC Elbflorenz vor allem aus dem Tempospiel heraus. Grundlage dafür waren ein gut aufgelegter Mallwitz sowie eine stabile Defensive. Der Gastgeber aus Kreuztal brauchte seinerseits 15 Minuten, um in die Partie zu kommen, war dann aber voll da. Kam Elbflorenz nicht ins Tempospiel, bereitete die Kombination aus Adanir und der TuS-Abwehr dem HC Elbflorenz enorme Probleme.
Beim 8:8 in Minute 19 war das Spiel wieder auf Null gestellt, und der rasante Dresdner Start bereits Geschichte. Mit einem erweiterten Gegenstoßtor zum 8:9 durch Oliver Seidler beendeten die Sachsen schließlich ihre torlose 8-Minuten-Phase. In dieser Phase hatte Dresden aber auch zweimal das Aluminium getroffen. In den letzten Minuten der ersten Halbzeit blieb die Partie weiterhin eng. Letztendlich endete dieser Abschnitt leistungsgerecht 15:15.
Mit mehreren Zeitstrafen auf beiden Seiten begann die 2. Halbzeit, ohne dass das Spiel überhart war. Beide Teams zeigten Licht und Schatten im Überzahlspiel – so verpassten es die Dresdner etwa, auf 16:18 zu erhöhen. Die Phase endete 3:3, so stand es beim 18:18 weiter Remis. Weiterhin überzeugten Adanir und Mallwitz in ihrer Keeper-Funktion.
Um die 40. Minute erhielt Sebastian Greß eine verdiente Pause, ebenso der zweite Vielspieler Doruk Pehlivan. Für ihn kam Winterneuzugang Lauro Pichiri. In dieser Phase taten sich beide Teams im Sechs-gegen-Sechs schwer, klare Lösungen zu finden – wenn es bei beiden Mannschaften etwas gab, dann vor allem über den Kreis.
Bei den Dresdnern übernahm nun Viktor Norberg die Spielführung und machte dies stark. Er war es auch, der mit einer tollen Einzelleistung die Gäste erstmals wieder nach langer Zeit mit zwei Treffern in Führung brachte (22:24). Das Spiel befand sich gut 8 Minuten vor dem Ende. In dieser Phase setzten vor allem die beiden Rückraumrechten des HC Elbflorenz die TuS-Abwehr unter Druck. Die Dresdner ebneten nun in der Rückbetrachtung den Weg zum Sieg. Man führte nach einer TuS-Auszeit und einem Ferndorfer Ballverlust durch einen Treffer ins verwaiste Gegnertor mit 22:25 und wenig später mit 23:26.
Doch Ferndorf war noch nicht geschlagen und kämpfte sich jetzt, auch bedingt durch vier Minuten Überzahl, immer wieder auf einen Treffer heran. So beim 25:26, 26:27, 27:28 und 28:29. Die Dresdner wehrten aber alle Angriffe des TuS, das Spiel zu drehen, ab. Vor allem ein starker Anton Preußner, der immer wieder Strafwürfe zog, und ein Julius Dierberg, der diese eiskalt verwandelte, waren die Crunchtime-Akteure beim HC Elbflorenz.
Letztendlich gewannen die Gäste mit 28:31, da die Kreuztaler den Ball nicht mehr im Tor der Dresdner unterbrachten und die Sachsen ihrerseits noch zweimal trafen. Dabei gelang der Sieben von André Haber nach einer Auszeit per Trickspielzug das entscheidende Tor von Linksaußen. Torschütze war Julius Dierberg.
Fazit: Der HC Elbflorenz bleibt im April weiter ungeschlagen und kann zudem nach zwei Auswärtsniederlagen in der Fremde wieder gewinnen. Eine tolle Atmosphäre bot die ausverkaufte Stählerwiese erneut und ein Heimteam, das dem HC Elbflorenz alles abverlangte. Letztendlich blieb Elbflorenz, wie schon oft in dieser Saison, in der Crunchtime stabil. Eine absolute Stärke der Dresdner in dieser Spielzeit. Auf der PK vor der Partie hatte dies Cheftrainer André Haber auf Nachfrage noch einmal herausgestellt. Die Dresdner haben sich im Gegensatz der letzten Saison im Blick auf die sogenannte Crunchtime enorm entwickelt. Nur 28 Gegentore zeigen auch wieder, dass der HC Elbflorenz sich im Blick auf die Defensive auf einem guten Weg befindet. Leicht herausstechende Akteure an diesem Tag waren beim HC Elbflorenz Viktor Norberg und Anton Preußner sowie Torhüter Marino Mallwitz. Beim TuS sind Can Adanir sowie die Außen Josip Ereš und Gabriele da Rocha Viana zu nennen.
Damit war am Freitagabend klar: Egal, wie der Rest der Liga spielt, der HC Elbflorenz bleibt auf Platz 3 – und das mit 40:14 Punkten.
Tore: Mallwitz/Cantegrel (beide Tor) Pehlivan 4, Schwaiger, Greß 1, Dierberg 10/5, Norberg 4, Thümmler 2, Seidler 4, Wucherpfennig , Bensch 2, Preußner 2, Aktas 1, Pichiri 1, Dutschke, Stoyke
André Haber sagte nach der Partie: „Das hat sich heute für mich wie Zusammenhalt angefühlt. Wir haben in vielen Phasen gut verteidigt, beispielsweise bekommen wir von der 30. bis zur 51. Minute nur 7 Gegentreffer. Auch zu Beginn verteidigen wir viel weg. Wir haben wieder gezeigt, welche großen Fortschritte wir in der Crunchtime gemacht haben. Heute finden wir zudem in der wichtigen Schlussphase eine gute Mischung aus kämpferischen und cleveren Lösungen.“
Text: Wolfram Wegehaupt