[30. Spieltag] HC Elbflorenz Dresden vs. HSG Krefeld Niederrhein (Vorbericht)
2129 Zuschauer besuchten bisher im Schnitt die Dresdner Heimspiele. Insofern ist der HC Elbflorenz auch in diesem Bereich auf Rekordjagd. Denn das gab es noch die zuvor. Mit dem Spiel am Freitag haben die Fans der Sachsen noch dreimal die Gelegenheit, ihr Team so bravourös zu unterstützen, wie sie es bereits die gesamte Saison tun. Für die Dresdner gibt es dabei am Freitagabend in der BallsportARENA nur ein Ziel: Heimsieg. Die starke Bilanz von 23:5 Punkten in eigener Halle soll auf 25:5 Punkte ausgebaut werden. Nicht helfen können dabei weiterhin Ivar Stavast und leider nun auch Viktor Norberg, welcher sich vor dem Spiel in Essen eine Verletzung zuzog.
Mehr Dramatik als beim Sieg in Essen, als der HC Elbflorenz nach langer Beratung einen Strafwurf zugesprochen kam und diesen zum Sieg verwandelte, gab es auch bei den Dresdner Crunchtime-Spezialisten selten in dieser Spielzeit. Mit dem Sieg und den gleichzeitigen Niederlagen in letzter Zeit von Teams, die hinter dem HC Elbflorenz stehen, sind die Landeshauptstädter mittlerweile der letzte ernsthafte Verfolger der Top-Favoriten aus Bietigheim und Balingen. Mit dem Sieg in Essen hat der HC Elbflorenz zudem einen neuen Rekord aufgestellt, denn 44 Punkte sammelte man noch nie in einer Spielzeit und die Dresdner wollen den 44 Zählern heute und in näherer Zukunft noch mehr hinzufügen. Im April holte der HC Elbflorenz vier Siege aus vier Spielen. Nun will man am liebsten auch im Mai ungeschlagen bleiben.
Cheftrainer André Haber sagte zurück-und vorausschauend: „Wir sind im Spiel gegen Essen zu nachlässig in der Abwehr gewesen und haben nicht so in unser Defensivspiel gefunden. Jetzt kommt mit Krefeld eine Mannschaft, welche einen sehr ähnlichen Handball wie der TuSEM spielt. Da müssen wir also ein paar Sachen besser machen. Und wenn wir das richtige aus dem letzten Spiel gelernt haben, dann habe ich auch ein sehr gutes Gefühl dafür, dass wir unser nächstes Spiel gewinnen können. Wir haben bisher gut trainiert und ich habe eine Mannschaft mit viel Verständnis dafür erlebt, was wir besser machen wollen.“
Allgemeine Einordnung
Die HSG Krefeld Niederrhein ist ein Handballverein aus dem Westen Nordrhein-Westfalens. Die 2013 aus der DJK SV Adler Königshof 1919 und dem SC Bayer 05 Uerdingen gegründete Spielgemeinschaft tritt seit der Saison 2020/21 – nach der zwischenzeitlichen Auflösung – wieder unter dem heutigen Namen an. Bekannt als „Eagles“, stieg die Mannschaft 2025 zusammen mit dem HC Oppenweiler/Backnang in die 2. Liga auf, nachdem zuvor drei Aufstiegsversuche in der Relegation gescheitert waren. Trotz Rückschlägen verfolgte der Verein von Beginn an das klare Ziel, sich langfristig in der 2. Bundesliga zu etablieren. Heimspielstätte ist die Glockenspitzhalle in Krefeld.
Die bisherige Saison des Gegners
Als Aufsteiger steht die HSG derzeit mit 16:42 Punkten auf einem Abstiegsplatz und hat weiterhin Chancen auf den Klassenerhalt. Nach der Hinrunde lag das Team noch bei 6:28 Punkten. Vor allem im ersten Saisondrittel wurden die meisten dieser Punkte geholt, danach folgte eine längere Phase mit vielen Niederlagen. In der Rückrunde zeigt sich jedoch eine klare Steigerung: 10 Punkte aus 12 Spielen sprechen für eine positive Entwicklung. Besonders in eigener Halle gelingt es den Krefeldern immer wieder, starke Leistungen abzurufen. Insgesamt wirkt das Team deutlich stabiler als noch in der Hinrunde. Auswärts hingegen stehen bislang nur drei Punkte zu Buche. Die Dresdner erwartet daher ein Gegner, der sich in fremden Hallen schwertut, aber im Kampf um den Klassenerhalt jede Chance nutzen wird. Sollte der Klassenerhalt gelingen, wäre das durchaus eine Überraschung, da dies bedeuten würde, dass die HSG ein etabliertes Zweitligateam hinter sich lässt. Das Hinspiel gewannen die Sachsen deutlich mit 43:27.
Das Personal des Gegners
Der Kader der Nordrhein-Westfalen hat sich im Sommer deutlich verändert: sieben Abgänge standen sechs Neuzugängen gegenüber. In der Winterpause wurde zudem weiter nachgerüstet. Besonders die Verpflichtungen von Rückraumspieler Marvin Nix (vom VfL Potsdam) und Torhüter Pau Guitart (vom spanischen Erstligisten Tubos Aranda) gaben dem Team zusätzlichen Auftrieb. Die HSG ist dabei keineswegs nur mit Zweitliganeulingen besetzt. Spieler wie Christopher Klasmann, Falk Kolodziej, Lucas Schneider, Tim Stefan, Julius Rose, Lukas Siegler und Jörn Persson verfügen bereits über Erfahrung in der 2. Bundesliga. Mit 118/62 Toren ist Spielmacher Falk Kolodziej der bisherige Toptorschütze. Auch Torhüter Finn Rüspeler bringt Zweitligaerfahrung mit. Ein wichtiger Eckpfeiler des Teams ist zudem Kreisläufer Niklas Ingenpaß.
Das Team von Trainer Mark Schmetz hat seine Stärken vor allem in der Offensive. Die Diskrepanz zur Defensive ist aber zu etwas zu groß, auch dazu steckt die HSG im Kampf um den Klassenerhalt. Im Schnitt 33 Gegentore pro Spiel sind auch für moderne Handballverhältnisse ein hoher Wert.
Text: Wolfram Wegehaupt