Kampfbetontes Spiel erwartet
[29. Spieltag] TuSEM Essen vs. HC Elbflorenz Dresden (Vorbericht)
Der HC Elbflorenz
Im Blick auf die Tabelle und die Ergebnisse im bisherigen April wird klar: Der HC Elbflorenz ist das einzige Team, das die Top-2-Teams noch gefährden kann. Hagen, Potsdam und Nordhorn haben sich aus diesem Rennen realistisch gesehen verabschiedet. In diesem Sinne wollen die Sachsen mit einem Erfolg in Essen weiter dranbleiben. Bisher siegte man im April dreimal in drei Partien. Dabei blieb man in allen drei Spielen unter 30 Gegentoren. Hier könnte auch wieder ein Schlüssel im Spiel gegen Essen liegen. Zuletzt zeigten sich die Dresdner sehr stabil im Zusammenspiel zwischen Abwehr und Torhütern. Mit Timo Löser kann in Essen einer der zuvor länger verletzten Akteure wieder eingreifen. Darauf haben viele Dresdner Fans sehnsüchtig gewartet, war er doch vor seiner Verletzung einer der zentralen Leistungsträger bei den Sachsen.
Cheftrainer André sagte vor dem Spiel: „Ich gehe davon aus, dass es ein kampfbetontes Spiel wird. Wir müssen Ruhe bewahren und unser Spiel auf die Platte bringen. Schlüssel wird es sein, unsere Abwehr zu etablieren und unser Tempospiel durchzuziehen. Essen spielt durch den Trainerwechsel schon etwas anders als im Hinspiel.“
Allgemeine Einordnung
TuSEM Essen ist ein traditionsreicher Klub aus dem Ruhrgebiet, im Herzen Nordrhein-Westfalens zwischen Dortmund und Düsseldorf. In dieser sportbegeisterten Region hat der 1926 gegründete Verein seit Jahrzehnten einen festen Platz. In den 1980er-Jahren feierte TUSEM seine erfolgreichste Phase mit drei deutschen Meistertiteln und mehreren Pokalerfolgen. Nach wirtschaftlich schwierigen Jahren arbeitet der Verein heute mit starker Nachwuchsarbeit und großem Einsatz daran, wieder an frühere Leistungen anzuknüpfen. Heimspiele finden im „Sportpark Am Hallo“ statt – einer kompakten, stimmungsvollen Arena mit rund 2.600 Plätzen, in der die Handballtradition des Ruhrgebiets lebendig bleibt.
Die bisherige Saison des Gegners
Der Traditionsverein aus Essen kämpft in dieser Spielzeit um den Klassenerhalt in der 2. Liga – wie übrigens auch schon in der letzten Saison. In den vergangenen Jahren ging es für die Ruhrpottler Stück für Stück in der Tabelle nach unten. Mit 16:40 Punkten nach 28 Partien steht man derzeit nur einen Punkt vor dem ersten Abstiegsplatz. In der Rückrunde läuft es mit bisher 8:14 Punkten etwas besser, nachdem man in der gesamten Hinrunde lediglich acht Punkte gesammelt hatte. Da die Essener in fremden Hallen bislang wenig zu bestellen hatten, sind Heimspiele von zentraler Bedeutung. Der HC Elbflorenz kann sich also auf ein kniffliges Spiel gegen eine Mannschaft einstellen, die jeden Punkt dringend benötigt. Was TUSEM leisten kann, zeigte das Team Ende März beim 33:33 gegen Tabellenführer Bietigheim sowie zuletzt beim 32:32 beim Tabellenfünften Potsdam. Die Dresdner sind also gewarnt. Zur Wahrheit gehört aber auch: Essen ist seit sieben Partien ohne doppelten Punktgewinn.
Das Personal des Gegners
TuSEM stellt eines der jüngeren Teams der Liga. Allerdings ist die Mannschaft kein Zusammenschluss von Zweitligagrünschnäbeln, denn auch einige der jüngeren Akteure verfügen bereits über Erfahrung in Liga 2. Während der Angriff eine gewisse Stabilität zeigt, sind die Defensivprobleme kaum wegzudiskutieren. Als der HC Elbflorenz im Hinspiel auf Essen traf, hatte der Gegner in 12 Partien bis dahin durchschnittlich 33 Gegentore kassiert. In Dresden verlor man dann 41:24. Um der Defensive mehr Stabilität zu verleihen und zusätzliche Erfahrung ins Team zu bringen, verpflichtete TuSEM nach gut einem Drittel der Saison Alexander Becker (34), der zuvor beim VfL Gummersbach und Eintracht Hagen aktiv war. Doch auch mit ihm konnte der TuSEM seine Defensive bislang nicht entscheidend stabilisieren. Nur der abgeschlagene Tabellenletzte HCOB kassierte in der Rückrunde beispielsweise mehr Gegentore.
Anfang Dezember fand beim TuSEM ein Trainerwechsel statt. Der Verein trennte sich von Cheftrainer Daniel Haase. Noch am selben Tag wurde bereits sein Nachfolger präsentiert: Kenji Hövels übernahm am 9. Dezember 2025 das Traineramt. Hintergrund war vor allem die sportliche Situation, da der Verein neue Impulse setzen wollte. Hövels durchlief unter anderem die Jugendarbeit der Füchse Berlin, spielte beim HC Empor Rostock und beim TuS N-Lübbecke und war anschließend auch als Trainer bei den Füchsen tätig. Mit 32 Jahren ist er noch ein junger Zweitligatrainer.
Einen echten Ausnahmetorschützen haben die Essener nicht. Im Rückraum ist mit Sicherheit Felix Göttler der auffälligste Akteur und mit bislang 93 Toren ein wichtiger Schütze. Bester Torschütze ist allerdings Rückraumspieler Felix Mart mit 99/49 Toren. Neben den Genannten ist vor allem Spielmacher Max Neuhaus von zentraler Bedeutung. Neuhaus und Göttler setzen zudem häufig Kreisspieler Valentin Willner in Szene. Er ist – neben den bereits genannten Spielern sowie Rechtsaußen Jan Reimer und dem erfahrenen Torhüter Dominik Plaue – einer der zentralen Akteure im Team von Trainer Hövels.
Text: Wolfram Wegehaupt