[32. Spieltag] HC Elbflorenz Dresden vs. TSV Bayer Dormagen 33:30 (15:14)
Platz 3 war vor dem Spiel das erklärte Ziel der Sachsen. Mit der Partie gegen Dormagen hatte der HC Elbflorenz noch drei Chancen, wichtige Punkte für dieses Vorhaben zu sammeln. Seit dem letzten Spiel waren sowohl für die Gäste aus Dormagen als auch für die Sachsen zwei Wochen vergangen. Beide Mannschaften waren jedoch mit ganz unterschiedlichen Gefühlen in diese Spielpause gegangen: Während die Dresdner zuletzt zwei bittere Niederlagen hinnehmen mussten und sich damit aus dem Aufstiegsrennen verabschiedeten, hatte der TSV mit einem Remis beim Aufsteiger Balingen sowie einem deutlichen Erfolg gegen Dessau Ausrufezeichen gesetzt. Bereits vor der Montagspartie war zudem klar, dass der TSV aufgrund der übrigen Ergebnisse den Klassenerhalt am Pfingstwochenende praktisch schon vom Sofa aus gesichert hatte.
Einen Spannungsabfall konnte man bei den Dormagenern trotz des bereits gesicherten Klassenerhalts zu keinem Zeitpunkt des Spiels erkennen. Ebenso wenig wirkte der HC Elbflorenz in irgendeiner Weise verunsichert angesichts der beiden letzten Niederlagen und des verpassten Aufstiegs. Beide Teams fanden schnell ins Spiel, und eine kleine Flaute beim 6:3 korrigierten die Gäste mit einer Umstellung auf das Sieben-gegen-Sechs. Diese Variante zog der TSV bis zum Ende der Partie konsequent durch – und das in sehr guter Qualität. Egal, welche Deckungsvariante der HC Elbflorenz wählte, die Dormagener hatten im Spiel mit einem Mann mehr stets eine Antwort parat.
So gestaltete sich die erste Halbzeit wie weite Teile der Partie ausgeglichen. Ebenso wie die Gäste wusste auch der HC Elbflorenz im eigenen Angriff zu überzeugen. Es gab nur wenige Phasen, in denen die Hausherren keine Lösungen fanden. Das 16:15 zur Halbzeitpause aus Dresdner Sicht hatten die Gastgeber vor allem einem immer stärker werdenden Marino Mallwitz im Tor zu verdanken.
Eben dieser Mallwitz wurde in der zweiten Halbzeit durchaus zum Faktor, denn er hielt einige entscheidende Bälle. Im Gegensatz dazu bekamen die TSV-Keeper an diesem Tag fast keine Hand an richtungsweisende Bälle. Ansonsten änderte sich wenig, denn das Spiel wurde von den Offensivreihen beider Mannschaften dominiert. Bis in die letzten zehn Minuten hinein konnte sich kein Team entscheidend absetzen. Dabei waren beide Mannschaften über die kompletten 60 Minuten hinweg immer wieder über den Kreis erfolgreich. Zudem überzeugte beim TSV Finn Schroven mit starken Aktionen. Kein Wunder, dass sich der designierte Erstliga-Absteiger aus Leipzig die Dienste des Rückraumspielers gesichert hat.
Auf Dresdner Seite war es beispielsweise Julius Dierberg, der sich besonders treffsicher zeigte. Er traf am Ende neunmal und bewies vor allem in der entscheidenden Schlussphase Nervenstärke vom Siebenmeterpunkt. In der 53. Minute stand ein 26:26 auf der Anzeigetafel. Zu diesem Zeitpunkt musste der Gast eine Zeitstrafe hinnehmen. Prompt geriet der TSV im Angriff ins Schlingern und musste zunächst das 27:26 und wenig später das 28:26 hinnehmen. Als die Dresdner beim 29:27 mit ihrer offensiven 5:1-Deckung einen der wenigen Ballgewinne erzielten, war es anschließend Anton Preußner, der auf 30:27 für den HC Elbflorenz erhöhte. Zu diesem Zeitpunkt waren noch 4:30 Minuten zu spielen, und Dormagen nahm die Auszeit.
Die Dresdner ließen jedoch nicht mehr locker. Zwar konnte der Gast mehrfach auf zwei Tore verkürzen, am Dresdner Sieg änderte dies jedoch nichts mehr. Am Ende gewann der HC Elbflorenz die Crunchtime – und damit auch das Spiel.
Fazit: Ohne vier Leistungsträger war der HC Elbflorenz in die Partie gegangen: Viktor Norberg, Doruk Pehlivan, Robin Cantegrel und Lukas Wucherpfennig fehlten. Die Mannschaft kompensierte dies an diesem Tag mit viel Leidenschaft, Kampfgeist und auch handballerischer Qualität, insbesondere im Angriff. Der Gegner aus Dormagen zeigte sich lange auf Augenhöhe und verdeutlichte, warum er zuletzt Dessau aus der eigenen Halle geschossen hatte und dem Aufsteiger Balingen in dessen Halle einen Punkt abknöpfen konnte. Die Dresdner besaßen an diesem Tag auf der Torhüterposition Vorteile und agierten in der Schlussphase etwas nervenstärker.
André Haber: „Was mich heute am meisten stolz macht, ist, dass wir gegen eine so junge Mannschaft wie Dormagen gewonnen haben. Es macht wirklich Spaß, ihre Spiele anzuschauen und zu analysieren. Entscheidend war, dass wir die letzten zehn Minuten für uns entschieden haben. Das spricht für unsere Bank, für die Qualität unseres Kaders und dafür, wie flexibel wir wechseln können.
Dazu kamen ein paar Ballgewinne in der Schlussphase, von denen der eine oder andere schon etwas Besonderes war. Genau diese Momente haben das Spiel auf unsere Seite kippen lassen. Es hätte genauso gut in die andere Richtung gehen können, wenn wir diese Bälle nicht gewonnen hätten.
Deshalb bin ich sehr froh für meine Mannschaft. Und ich freue mich besonders darüber, dass wir uns den dritten Platz zurückgeholt haben.“
Mit dem Sieg verteidigten die Dresdner Platz drei in der Tabelle. Mittlerweile haben die Sachsen 46:18 Punkte auf dem Konto, und mit Potsdam gibt es nur noch einen Konkurrenten im Rennen um Rang drei. Der VfL weist aktuell 45:19 Zähler auf.
Mallwitz/Drefahl (beide Tor) , Greß 2, Dierberg 9/5, Thümmler 3, Seidler 6, Bensch 3, Preußner 3, Aktas , Dutschke , Stoyke, Löser 5, Schmelzer, Stavast 2, Hoffmann
Text: Wolfram Wegehaupt