TSV Bayer Dormagen zu Gast
[32. Spieltag] HC Elbflorenz Dresden vs. TSV Bayer Dormagen (Vorbericht)
Der HC Elbflorenz
Nach zwei spielfreien Wochen tritt der HC Elbflorenz zum vorletzten Heimspiel der Saison 2025/2026 an – diesmal ausnahmsweise an einem Montagabend. Gegner ist der TSV Bayer Dormagen. Insgesamt stehen für den HC Elbflorenz noch drei Partien auf dem Programm, bevor die Saison endet. Vor der Länderspielpause mussten die Dresdner zwei bittere Niederlagen hinnehmen – beide jeweils mit nur einem Treffer Unterschied.
Während man in Hüttenberg einen Vorsprung in den letzten zehn Minuten nicht über die Zeit bringen konnte, zeigte man gegen die HSG Krefeld ein Heimspiel mit Fehlwurfrekord. Mit diesen beiden Niederlagen mussten die Aufstiegshoffnungen endgültig ad acta gelegt werden. Die Länderspielpause kam den Sachsen daher durchaus gelegen. Nach der langen Saison und den jüngsten Rückschlägen galt es, sich körperlich wie mental neu aufzustellen. Ob dies gelungen ist, wird sich nun zeigen. Wer denkt, des geht nach dem entschiedenen Abstiegskampf um nichts mehr, der irrt. Nach einer bisher eher durchwachsenen Rückrunde, gilt es für den HC Elbflorenz in den letzten drei Spielen, die vielen positiven Eindrücke der bisherigen Saison zu unterstreichen. Dass die Dresdner nach der Heimniederlage zuletzt ihr treues Publikum nun wieder mit zwei Punkten beschenken wollen, steht außer Frage. In den vergangenen Partien konnte man defensiv – insbesondere im Zusammenspiel mit den Torhütern – durchaus überzeugen. Dafür fehlte im Angriff zuletzt der Flow der Hinrunde. Personell wird sich im Vergleich zum vergangenen Spiel allerdings nichts ändern.
Cheftrrainer André Haber sagte vor dem Spiel: „Es ist seit der Länderspielpause definitiv, dass unser großer Traum vom Aufstieg geplatzt ist. Diesmal kam diese Pause für uns zum richtigen Zeitpunkt, um diese bittere Wahrheit zu verstehen, zu begreifen und zu akzeptieren. Es war zudem die Chance für unsere angeschlagenen Spieler noch einmal etwas zu regenerieren. Jetzt wollen wir noch drei Mal zeigen, wie gut wir Handball spielen können. Ich gehe davon aus, dass wir Montag mit neuen Kräften in das Spiel gegen Dormagen gehen. Wir sind seit langer Zeit unter den ersten drei Teams der Liga und das wollen wir uns auf gar keinen Fall mehr nehmen lassen. So sehe ich die Mannschaft auch trainieren. Ich sehe eine Mannschaft, die sehr darum kämpfen wird, Dritter zu bleiben.“
Allgemeine Einordnung
Der TSV Bayer Dormagen ist ein Handballverein aus Dormagen, dessen Handballabteilung 1949 gegründet wurde. Seine erfolgreichste Zeit erlebte der Klub in den 1980er- und 1990er-Jahren: 1987 gelang der Aufstieg in die 1. Bundesliga, wo das Team direkt mit einem hervorragenden fünften Platz überraschte – ein Ergebnis, das in der Saison 1990/91 erneut bestätigt wurde. Auch international sammelte Dormagen Erfahrungen auf europäischer Bühne sowie im nationalen Pokalwettbewerb. Heute spielt der Verein in der 2. Handball-Bundesliga und setzt stark auf die Entwicklung junger Spieler. Die Heimspiele finden im TSV Bayer Sportcenter statt. Der Verein verbindet eine erfolgreiche Vergangenheit mit einem klaren Fokus auf nachhaltige Talentförderung.
Die bisherige Saison des Gegners
Mit 23:39 Punkten ist der TSV Bayer Dormagen dem Klassenerhalt ganz nah. Drei Spieltage vor Saisonende beträgt der Vorsprung auf die HSG Krefeld, die aktuell den zweiten Abstiegsplatz belegt, fünf Punkte. Es ist daher schwer vorstellbar, dass für den TSV noch ernsthafte Gefahr besteht. Zumal sich die Dormagener zuletzt recht stabil präsentierten: Gegen Dessau gelang ein klarer Sieg, zuvor trotzte man Aufsteiger Balingen auswärts einen Punkt ab. Auch das umkämpfte Hinspiel gegen Dresden endete remis. Dabei mussten die Sachsen quasi mit der letzten Aktion noch den Ausgleich hinnehmen. Probleme hatte man damals vor allem das TSV-Spiel mit dem siebten Feldspieler einzudämmen. Insgesamt dürfte man in Dormagen mit der Saison zufrieden sein. Vor allem im ersten Drittel der Spielzeit verlor das Team viele Spiele nur knapp – etwas, das angesichts des niedrigen Durchschnittsalters der Mannschaft wohl auch Teil eines natürlichen Lernprozesses ist.
Das Personal des Gegners
Jung und talentiert, aber zugleich mit erfahrenen Stützen – so lässt sich der Kader der Dormagener beschreiben. Trotz des Abgangs des herausragenden Spielers der Vorsaison, Sören Steinhaus, der inzwischen beim Bergischen HC absoluter Führungsspieler ist, hat sich die junge Mannschaft beachtlich weiterentwickelt. Mit talentierten Akteuren wie den Kreisläufern Jan-Christian Schmidt und Frederik Sondermann – Ersterer wechselt 2026 in die 1. Liga zum HSV Hamburg – verfügt Dormagen über große Zukunftsperspektiven. Dazu kommen routinierte Kräfte wie Torhüter Christian Ole Simonsen, der seit mehreren Jahren bei den „Wieseln“ zwischen den Pfosten steht, oder Rechtsaußen Peter Strosack. Auch Rückraumspieler Finn Schroven und Spielmacher Luca Krist zählen trotz ihres jungen Alters bereits zu den zentralen Leistungsträgern. Schroven, der im kommenden Jahr zum potenziellen Erstligaabsteiger SC DHfK Leipzig wechselt, ist mit aktuell 139 Treffern bester Torschütze seines Teams. Passend zur jungen Mannschaft steht mit Julian Bauer ein Trainer an der Seitenlinie, der mit 31 Jahren selbst noch sehr jung ist. Er wechselte 2024 von der A-Jugend des SC Magdeburg nach Dormagen und lässt seit seinem Amtsantritt einen attraktiven und schnellen Handball spielen. Mit über 1000 Toren sind die Dormagener neben Dresden und Balingen das einzige Team, welches die 1000er-Marke bisher übersprungen hat. Auf der anderen Seite haben nur die drei letzten Teams in der Tabelle mehr Gegentore als der TSV. Auch hier haben die heutige Gäste schon die 100er-Marke überschritten. Andre Haber beschrieb den Handball des TSV als schnell sowie Eins-gegen-Eins lastig und bescheinigte den Dormagenern ein gutes Entscheidungsverhalten.
Text: Wolfram Wegehaupt