[27. Spieltag] TuS Ferndorf vs. HC Elbflorenz Dresden (Vorbericht)
Der HC Elbflorenz
Nachdem beim HC Elbflorenz gefühlt zuletzt jedes Spiel erst in der Crunchtime entschieden wurde, waren die Fans der Landeshauptstädter zuletzt froh, dass es gegen die Eulen Ludwigshafen einen souveränen Sieg gab. Der HC Elbflorenz will und muss nun Spieltag für Spieltag nachlegen. Die Dresdner stellen sich dieser Aufgabe mit Freude und Selbstbewusstsein, wohlwissend, dass es beim kommenden Gegner TuS Ferndorf wieder einer Top-Leistung bedarf. Verbessert zeigte sich Elbflorenz zuletzt im Zusammenspiel von Abwehr und Torhüter. Das ermöglichte den Dresdnern gegen Ludwigshafen bspw. 27 Tempoangriffe – ein sehr hoher Wert. Nun müssen die Sachsen in Ferndorf wieder etwas ihre Trefferquote aus dem Tempospiel heraus erhöhen. Dabei erwartet Cheftrainer André Haber, dass der kommende Gegner selbst mehr Tempo geht als die Eulen Ludwigshafen. In dem Sinne wird sein Team auf ein gutes Rückzugsverhalten achten müssen. Personell hat sich beim HC Elbflorenz nichts geändert.
Kreisspieler und Teil-Herzstück der Abwehr Oliver Seidler zum Spiel: „Wir gehen mit breiter Brust in das nächste Spiel. Wir wollen und müssen in Ferndorf gewinnen. Wir wissen, was das Spiel für uns bedeutet. Nach zwei Niederlagen auswärts sind wir mal wieder mit einem Sieg dran. Das wollen wir Freitag auch zeigen. Bei aller Vorbereitung auf den Gegner schauen wir vor allem viel auf uns und werden im Spiel Vollgas geben.“
Allgemeine Einordnung des Gegners
Der TuS Ferndorf gehört zu den traditionsreichsten Handballvereinen Nordrhein-Westfalens. Beheimatet ist der Klub im Kreuztaler Stadtteil Ferndorf im Siegerland – nur wenige Kilometer nördlich der Universitätsstadt Siegen. Bereits 1888 gegründet, blickt der Verein auf eine beeindruckende und wechselvolle Geschichte zurück. In den vergangenen Jahrzehnten pendelte die Mannschaft zwischen der 2. Handball-Bundesliga und der 3. Liga. Trotz dieser sportlichen Wechsel ist der TuS in der Handballszene fest etabliert und steht für Bodenständigkeit und Leidenschaft. Seine Heimspiele trägt Ferndorf in der Dreifachhalle Stählerwiese aus – einer traditionsreichen und für ihre lautstarke, stimmungsvolle Atmosphäre bekannte Spielstätte, die nicht selten zum entscheidenden Faktor wird.
Die bisherige Saison des Gegners
In der laufenden Saison 2025/2026 rangiert der TuS Ferndorf aktuell mit 18:32 Punkten auf dem 14. Tabellenplatz. Die bisherige Spielzeit kann man durchaus als durchwachsen bezeichnen. Aktuell hat man 4 Punkte Abstand zum ersten Abstiegsplatz. Nach zuletzt drei Niederlagen – zuhause gegen Dessau und Balingen sowie auswärts in Bietigheim – konnte man zuletzt mit einem Remis beim Spitzenteam aus Potsdam wieder ein Lebenszeichen senden. Derzeit ist das Leistungsvermögen der Kreuztaler schwer einzuschätzen und erscheint sehr tagesformabhängig. In der eigenen Halle läuft es für die Ferndorfer bisher nicht wie gewohnt, denn 7:19 Punkte aus 13 Heimspielen sprechen eine klare Sprache. Allerdings verlor der TuS gleich ein halbes Dutzend dieser Partien mit einem Treffer. In 13 Spielen in fremden Hallen holte man bisher starke 11:15 Punkte. Einen davon in Dresden beim 33:33, nachdem die Sachsen eine 7-Tore-Führung aus Minute 48 nicht halten konnten. Das erklärte Ziel des TuS ist der Klassenerhalt – mit Blick darauf, sich langfristig wieder im oberen Mittelfeld der 2. Handball-Bundesliga zu etablieren.
Der Kader des Gegners
Der Kader des TuS Ferndorf für die Saison 2025/2026 verbindet Erfahrung und Charakter. Besonders die beiden Neuzugänge Julius Meyer-Siebert und Tom Jansen (beide vom ASV Hamm-Westfalen) verleihen dem Team eigentlich zusätzliche Qualität in Angriff und Abwehr. „Eigentlich“, weil beide immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen haben und ihrem Team bisher nur teilweise helfen konnten. Rückraumlinks Julius Meyer-Siebert wechselt im Sommer bekanntlich zu den Dresdnern. Während Timo Stoyke von der Elbe zum TuS wechselt. Im Tor sorgt bei den Gastgebern Can Adanir für Sicherheit, während Hampus Dahlgren (links) und Josip Ereš (rechts) auf den Außenbahnen für Tempo und Durchschlagskraft stehen. Letzterer ist mit 97/47 Treffern aktuell der beste Torschütze seines Teams. Am Kreis ist Philip Würz ein verlässlicher Aktivposten, der die robuste Spielweise der Ferndorfer verkörpert. Der Rückraum ist mit den genannten Meyer-Siebert (links) und Jansen (rechts) sowie mit Daniel Hideg (links) und Marvin Mundus (rechts) sehr stark besetzt – beide letztgenannten gehören seit Jahren zu den Leistungsträgern und bilden zusammen mit weiteren Akteuren das stabile Gerüst des Teams. Sie folgen Ereš derzeit auch in der internen Torschützenliste auf Platz 2 und 3.
Insgesamt präsentiert sich der TuS Ferndorf als geschlossene und kämpferisch starke Einheit, die in Bestform jedem Gegner gefährlich werden kann. Vor allem auf die eine oder andere Abwehrvariante müssen sich die Dresdner einstellen. Mit seiner Mischung aus erfahrenen Kräften und jungen, entwicklungsfähigen Spielern hat der TuS das Potenzial, die 2. Liga auch in dieser Saison erfolgreich zu behaupten.
Oliver Seidler zum Gegner: „Der TuS ist eine Mannschaft, die über eine aggressive Abwehr kommt, welche versucht viel zu verschieben. Und sie kommen über das Tempospiel. Es gibt viele Akteure die bereit sind Aktionen zu nehmen und der Kader hat einige starke Individualisten.“
Text: Wolfram Wegehaupt