[24. Spieltag] HC Elbflorenz Dresden vs. HSC 2000 Coburg 32:29 (14:16)
In Minute neun stand es aus Sicht der Dresdner 3:4. Bis zu diesem Zeitpunkt stand die Abwehr des HC gut und kam zu Ballgewinnen. Gleiches galt durchaus auch für den Gast aus Coburg. Der Unterschied: Die Sachsen hatten bis dahin schon drei freie Würfe vergeben bzw. waren an HSC-Keeper Petros Boukovinas gescheitert. Die Gäste aus dem Nachbarbundesland hatten hingegen ihre schnellen Angriffe konsequent mit Toren abgeschlossen.
In der Folge trafen die Dresdner dann effektiver und weil auch der HSC bessere Lösungen im Positionsangriff fand, stand es nach einer Viertelstunde folgerichtig 8:8. Nach zwei Abspielfehlern erhöhte Coburg auf 8:10 und da der HC im folgenden Angriff gegen die 3:2:1-Deckung keine Lösung fand, nahm Cheftrainer André Haber seine erste Auszeit. Anschließend traf der HC durch Sebastian Greß zum 9:10. André Haber sagte nach der Partie, dass die Abwehr des HSC durchaus sein Überraschungsmoment hatte.
In der Zeit danach hatten die Gastgeber im Angriff wieder Probleme, klare Chancen herauszuspielen. In dieser Phase war es HC-Torwart Cantegrel, der seinem Team mit Paraden half, den Abstand klein zu halten. So blieb es beim 12:13 fünf Minuten vor dem Pausenpfiff weiter eng. Per Strafwurf glichen die Hausherren zum 13:13 aus. Zuvor hatte Cantegrel erneut pariert.
Etwas glücklich kam der HC wenig später zur 14:13-Führung. Die Gäste agierten mittlerweile im Sieben-gegen-Sechs. Die Coburger schlugen jedoch zurück. Beim Stand von 14:15 vergab der HC einen Strafwurf und auch den anschließenden Nachwurf. Coburg holte anschließend noch einen Siebenmeter heraus, den der HSC sicher zum 14:16-Halbzeitstand verwandelte. Eine durchaus verdiente Halbzeitführung, da das Heimteam einfach zu viele Fehler machte, vor allem im Abspielbereich. Auffällig zudem bei den Gastgebern: In der Überzahl hakte es hin und wieder.
Robin Cantegrel, der beste HC-Spieler der ersten Halbzeit, machte zu Beginn des zweiten Spielabschnitts dort weiter, wo er aufgehört hatte – mit Paraden. Dresden brauchte dennoch fast fünf Minuten, um beim 17:16 die Führung zu übernehmen. Im Angriff wechselten weiter Licht und Schatten. Nach einer erneuten Cantegrel-Parade – es war die fünfte in Serie – traf der HC zum 18:16, woraufhin der HSC eine Auszeit nahm. Die 2704 Fans in der erneut ausverkauften Halle sahen das größtenteils begeistert.
Nach der Auszeit stellte der HSC wieder auf Sieben-gegen-Sechs um. In dieser Phase hatten die Hausherren zweimal die Chance, auf drei Tore davonzuziehen, nutzten sie aber nicht. So blieb Coburg durch das Spiel mit einem Mann mehr dran, glich 15 Minuten vor Schluss zum 23:23 aus und übernahm nach einem Ballgewinn sogar die Führung (23:24). Viktor Petersen Norberg, der in der zweiten Halbzeit stark aufspielte, holte in Überzahl die Führung zurück. Der HSC war in dieser Phase immer wieder über Kreisläufer Nils Möller erfolgreich.
Beim 26:26 ging es in die letzten neun Minuten. Coburg blieb konsequent im Sieben-gegen-Sechs. In der 56. Minute gingen die Hausherren nach einem Kempa-Trick und anschließendem Nachwurf mit 29:28 in Führung, kassierten danach jedoch eine Zeitstrafe. Trotzdem traf der HC nach einem HSC-Fehler durch Doruk Pehlivan zum 30:28. Mit etwas Glück kam der Gast noch zum 30:29 – zwei Minuten vor dem Ende.
Die letzte Spielminute war nichts für schwache Nerven. Coburg kam über Rechtsaußen zum Wurf, doch nachdem der Ball beide Pfosten berührt hatte, sicherte HC-Torwart Marino Mallwitz den Ball. Der Gastgeber vergab anschließend eine freie Chance über das Tor, sodass Coburg schnell zu einer klaren Möglichkeit kam. Doch Mallwitz parierte spektakulär mit dem hohen Bein. Die Halle – in der längst niemand mehr saß – explodierte. Am Ende setzte Oliver Seidler gegen Manndeckung mit dem 32:29 den Schlusspunkt.
Fazit: HC-Kreisspieler Jonas Thümmler hatte nach der Niederlage in Lübbecke eine Reaktion seines Teams angekündigt – und die kam. Dass der HC an diesem Tag erneut viel für die Punkte arbeiten musste, lag auch an einem guten Gegner aus Coburg. HSC-Trainer Anel Mahmutefendic attestierte seinem Team eine der besten Saisonleistungen Jedoch ging es den Gästen ein bisschen wie den Sachsen in der vergangenen Woche: Sie vergaben zu viele Möglichkeiten bzw. scheiterten immer wieder an den Dresdner Keepern, allen voran an Robin Cantegrel, der ein starkes Spiel zeigte.Am Ende entschieden auf dem Spielfeld Nuancen – und daneben die Dresdner Fans, die ihr Team in der ausverkauften Ballsport-Arena grandios unterstützten.
Damit stehen die Dresdner weiter auf Platz 3 der Tabelle und das mit 36:12 Punkten.
Tore: Tore: Mallwitz/Cantegrel (beide Tor), Norberg 5, Bensch , Dierberg 4/4, Pehlivan 4, Preußner 1, Stavast, Greß 5, Stoyke, Dutschke, Thümmler 6, Seidler 1, Wucherpfennig 6, Pichiri
HC-Trainer André Haber sagte nach der Partie: „Ich hatte das Gefühl, es war ein bisschen schwer, ins Spiel reinzukommen. Wir hatten Negativerlebnis im letzten Spiel und irgendwie haben wir das noch ein bisschen mit uns getragen. Coburg hat uns mit der Abwehr etwas überrascht. Wir sind dann aber zunehmend besser ins Spiel gekommen. 18 Tore in der 2. Halbzeit sind dann auch sehr gut. Das Zusammenspiel Abwehr mit Torhüter haben wir gut hinbekommen, mit vielen Paraden und mit vielen Würfen, die wir auch so wollten. Auch die Spieler von der Bank haben gute Impulse setzen können. Ich freue mich natürlich über den Sieg. Auch weil wir schon oft in dieser Saison in der Crunchtime da waren. Vielen, vielen Dank vor allen Dingen an 2704 Zuschauer. Die Halle war zum vierten Mal ausverkauft. Und ich würde gerne in meiner Zeit hier einen Rekord erleben, dass wir das ein fünftes, sechstes und ein siebtes Mal schaffen.“
Text: Wolfram Wegehaupt