[24. Spieltag] HC Elbflorenz Dresden vs. HSC 2000 Coburg (Vorbericht)
Der HC Elbflorenz
In den bisher sechs Partien der Rückrunde gab es für den HC Elbflorenz 6:6 Punkte mit drei Siegen und drei Niederlagen. Vor allem die letzte Niederlage in Lübbecke schmerzte mit Blick auf das Zustandekommen: Aus einer zwischenzeitlichen 8-Tore-Führung wurde am Ende eine 3-Tore-Niederlage. Dass auch drei andere Teams aus den Top-4 bereits gegen den TuS verloren haben, hilft dem HC Elbflorenz zwar nicht weiter, zeigt aber die enorme Qualität der 2. Liga in allen Tabellenregionen. In der Euphorie rund um die bisherigen Leistungen darf man das nicht vergessen. Lange Zeit zum Ärgern bleibt den Dresdnern ohnehin nicht, denn schon am Sonntag um 17 Uhr steht das nächste schwere Spiel an. Mit dem HSC 2000 Coburg ist ein starker Gegner in Dresden zu Gast. Schon vor der Partie steht fest: Die Halle wird wieder picke-packe voll sein. Mit der Unterstützung der eigenen Fans will der HC Elbflorenz den nächsten Heimerfolg einfahren. Den Dresdner Fans ist dabei sicher nicht entgangen, dass den Sachsen zuletzt hier und da die Klarheit und der Flow der Hinrunde etwas fehlen und man sich manche Dinge derzeit härter erarbeiten muss, die zuvor selbstverständlich erschienen. Umso wichtiger ist die Unterstützung von den Rängen. Dass der HC Elbflorenz mit den Fans im Rücken nicht nur Zweit-, sondern auch Erstligisten das Leben schwer machen kann, hat das Team in dieser Saison mehrfach bewiesen. Personell müssen die Sachsen mit dem längerfristigen Ausfall von Ivar Stavast – er verletzte sich im Spiel gegen den TuS an der Hand – einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Nach Timo Löser fehlt damit ein zweiter Schlüsselspieler.
Kreisspieler Jonas Thümmler sagte zum kommenden Spiel und auch mit Blick zurück: „Wir waren natürlich sauer, dass wir das Spiel in Lübbecke verloren haben. Wir hatten im Bus schon Zeit uns mit dem Spiel zu befassen, was wir auch gemacht haben. Am Ende lag es nur an uns, das haben wir auch ehrlich ausgewertet. Das Thema ist für uns durch. Das sauer sein, neben wir mit für die nächsten Spiele. Wir wollen eine Reaktion zeigen und die wird auch kommen am Sonntag. Wir freuen uns, dass wir die Fans im Rücken haben und wir werden alles auf der Platte lassen. Wir wollen die beiden Punkte. Wir kennen die Stärken von Coburg und unterschätzen niemanden. Wenn wir unseren Stiefel runterspielen und uns an den Plan halten, sehe ich eine große Chance auf zwei Punkte.“
Allgemeine Einordnung des Gegners
Weit reisen müssen die Coburger nicht: Die sächsische Landeshauptstadt liegt nur rund 260 Kilometer entfernt. Coburg selbst befindet sich in Bayern im Regierungsbezirk Oberfranken, unweit von Städten wie Würzburg, Bayreuth oder Bamberg. Rund 41.000 Einwohner leben in der Stadt, in der Handball seit vielen Jahren die Sportart Nummer eins ist. Der Verein entstand im Jahr 2000 aus den Handballabteilungen des TV 1894 Neuses und der HSG Coburg. Seit 2007 spielt der Club durchgehend in der 1. oder – überwiegend – in der 2. Bundesliga. Heimspielstätte ist die 3.650 Zuschauer fassende HUK-Coburg arena. Dass der deutschlandweit bekannte Versicherer HUK-Coburg als Hauptsponsor und Namensgeber der Halle eine wichtige Rolle spielt, liegt nahe. Im direkten Vergleich in der 2. Bundesliga ist die Bilanz ausgeglichen: In 13 Partien gewann jedes Team sechs Spiele, eine Begegnung endete remis.
Die bisherige Saison des Gegners
Coburg belegt derzeit mit 24:22 Punkten Platz 8 und ist damit das letzte Team mit positivem Punkteverhältnis. Der HSC bewegt sich damit im erwartbaren Bereich, auch wenn man sich möglicherweise etwas mehr Nähe zu den Spitzenplätzen erhofft hatte. Nach der Heimniederlage gegen Potsdam am vergangenen Samstag beträgt der Rückstand auf Platz 4 bereits acht Punkte. Zuletzt verloren die Coburger dreimal in Folge – jeweils gegen Teams aus den Top-4. Dabei hatte der HSC zudem mit personellen Problemen zu kämpfen. Das Spiel in Dresden bildet nun den Abschluss dieser Serie gegen Spitzenteams.
Der Kader des Gegners
Coburg verfügt über eine eingespielte Mannschaft, in der es vor der Saison nur wenige Veränderungen gab: Vier Abgängen stehen drei Zugänge gegenüber. Verlassen haben den Verein Rückraumrechter Merlin Fuß (HBW Balingen-Weilstetten) sowie Vereinslegende Florian Billek (Rechtsaußen) und Kreisspieler Jan Schäfer (beide Karriereende).
Neu im Team sind Kreisläufer Tin Kontrec vom TuS N-Lübbecke und Nejc Plainšek (RD Riko Ribnica, Slowenien). Beide finden sich zunehmend besser in ihre Rollen ein und passen gut in das Mannschaftsprofil, das von vielen physisch starken Spielern geprägt ist. Trainer Anel Mahmutefendic setzt auf eine kompakte, meist defensiv ausgerichtete 6:0-Abwehr, die dem Gegner das Leben schwer machen soll. Besonders gefährlich ist der HSC aus dem Rückraum: Mit Mikael Helmersson (Rückraummitte) und Janis Pavels Valkovskis (Rückraum links) verfügen die Oberfranken über zwei Spieler, die an einem guten Tag den Unterschied machen können. Beide stehen aktuell auf Platz 1 und 3 der internen Torschützenliste. Zudem sucht Coburg häufig den Weg über seine körperlich präsenten Kreisspieler Nils Röller und Tin Kontrec. Eine zentrale Rolle spielt außerdem Torhüter Petros Boukovinas.
Der HSC ist damit ein Team, das in Angriff und Abwehr stark über seine Physis kommt. In den letzten drei Partien gegen Spitzenteams hakte es allerdings phasenweise im Angriff – vor allem gegen ebenfalls physisch starke, aber bewegliche Abwehrformationen wie bei Balingen oder Bietigheim.
Text: Wolfram Wegehaupt