Der HC Elbflorenz
Der Zweitligahandball in Dresden „brummt“ wie noch nie zuvor. Das letzte Heimspiel der Sachsen gegen Hüttenberg besuchten 2.500 Zuschauer. Zum letzten Heimspiel gegen den TV Großwallstadt waren bereits zehn Tage vor dem Spiel alle Karten vergriffen. Dieses große Interesse hat sich das Dresdner Team mit starken Leistungen und attraktivem Handball verdient. Der HC Elbflorenz ist in der Liga seit mehr als 3 Monaten ungeschlagen und hat innerhalb der letzten 15 Wettkampfspiele – einschließlich DHB-Pokal – nach 60 Minuten keine Partie mehr verloren. Unglaubliche Werte! Und die Dresdner wollen noch mehr: Am Sonntagabend ab 17 Uhr soll der nächste Heimsieg gegen den TV Großwallstadt folgen. Was gibt es Schöneres als eine volle und sicher wieder stimmungsvolle Halle beim letzten Heimspiel des Jahres? Zwischen dem letzten Spiel in Dormagen und der heutigen Partie hatten die Dresdner zehn Tage Zeit zur Vorbereitung – eine Seltenheit in dieser Phase der Saison. Diese längere Vorbereitungszeit hat der HC Elbflorenz sehr gut genutzt und ist bereit, in eigener Halle noch einmal alles rauszuhauen. Am Personal wird sich dabei wenig ändern.
Oliver Seidler sagte vor der Partie: „Wir haben aktuell natürlich ein gutes Gefühl in der Mannschaft. Wir reiten auf einer guten Welle, das merkt man auch im Training. Wir wissen nach dieser ungeschlagenen Serie, dass wir jeden schlagen können. Wir wollen uns weiter oben festsetzen. Das Spiel gegen den TVG ist schon etwas Besonderes, da die Halle schon länger vorher ausverkauft war. Wir werden den Gegner keinesfalls unterschätzen. Wenn wir alles reinlegen, kann das ein richtig geiles Weihnachtsspiel werden. Unser Fokus liegt voll auf diesem Spiel.“
Allgemeine Einordnung des Gegners
Der TV Großwallstadt stammt aus der gleichnamigen Stadt in Unterfranken (Bayern). Gegründet 1925, prägte der Verein insbesondere in den 1970er- und 1980er-Jahren den deutschen Handball und feierte in dieser Zeit zahlreiche nationale sowie internationale Erfolge. Der TVG galt lange als Maßstab im deutschen Handball. Nach wirtschaftlich schwierigen Jahren und sportlichen Einschnitten, ist die sportliche Umgebung des TVG vor allem die 2. Liga. Seine Heimspiele trägt der Klub in der Untermainhalle in Elsenfeld aus. Bis zu 2500 Zuschauer haben dort Platz.
Die bisherige Saison des TVG
Bisher hat der TVG nach 15 Spieltagen 12:18 Punkte gesammelt und belegt damit aktuell Rang 11 der Tabelle. Die Unterfranken haben somit bereits sieben Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz und müssen sich derzeit keine Sorgen machen. Man befindet sich im gesicherten Mittelfeld, ohne echten Kontakt nach oben oder unten. Insgesamt spielt das Team aus Bayern bislang eine erwartbare Saison. Zuletzt lief es allerdings nicht mehr ganz so gut wie zu Beginn. Aus den vergangenen sieben Partien holte man lediglich 2:12 Punkte und steckt damit in einem ersten kleinen Tief. Die Zähler stammen aus zwei Unentschieden, einen Ligasieg feierte der TVG zuletzt im Oktober. In den bisherigen Begegnungen gegen die Top-Teams blieb die Mannschaft punktlos – mit einer Ausnahme im DHB-Pokal, als man den Aufstiegsfavoriten und aktuellen Tabellenführer SG BBM Bietigheim sensationell besiegte. Auch gegen die Spitzenteams aus Hagen und Balingen hielt der TVG in der Liga lange gut mit.
Das Personal des Gegners
Die Unterfranken hatten zuletzt mit einigen Verletzungen zu kämpfen und mussten dadurch möglicherweise den einen oder anderen Punkt liegen lassen. Gerade gegen Spitzenteams ist dies schwer zu kompensieren. Sind bei den Großwallstädtern jedoch alle Spieler an Bord, ist der TVG ein Gegner mit dem Potenzial, jeder Mannschaft der Liga große Probleme zu bereiten. Aktueller bester Torschütze ist Rechtsaußen Maxim Schalles mit 93 Treffern, davon 52 per Siebenmeter. Er hat bereits im Verlauf der vergangenen Saison eine sehr positive Entwicklung genommen. Im Rückraum verfügt der TVG über viel Durchschlagskraft: Mit Finn Wullenweber und Ben Connar Battermann stehen gleich zwei wurfstarke und durchsetzungsfähige Akteure zur Verfügung. Wichtig sind im Angriff wie auch in der Abwehr Kreisspieler Patrick Gempp sowie Spielmacher Mario Stark, ein erfahrener Großwallstadt-Dauerbrenner. Auch das Duo Maximilian Horner und Yessine Meddeb im rechten Rückraum hat bereits so manchem Gegner Kopfzerbrechen bereitet. Insgesamt ist der Kader des TVG sehr homogen und ausgeglichen, ohne dass ein einzelner Spieler deutlich heraussticht. Die Unterfranken spielen einen schnellen Handball und sind vor allem im Angriff variabel. Die Torhüter-Abwehr Verbund fällt bisher dagegen etwas ab.
Text: Wolfram Wegehaupt