23. Spieltag: EHV Aue vs. HC Elbflorenz 22:35 (10:16)

Veröffentlicht am 22.03.2021 von Pressestelle HC Elbflorenz

Dresden erobert die Erzgebirgshalle – HC macht Hinspiel vergessen

Es gibt Spiele aus Sicht des HC, die sind so „attraktiv wie ein Oger“ (siehe Hinspiel) und es gibt Spiele, die sind sehr selten und so „attraktiv wie zwei Oger“ (siehe Rückspiel). Letzteres aber diesmal aus Sicht des EHV Aue.

Die „Zwei-Oger-Theorie“ mal mit Zahlenspielen unterlegt: Rechnet man Hin- und Rückspiel zusammen, gewinnt der HC nach einer 8-Tore-Niederlage den Gesamtvergleich mit 5 Plustoren (Hin 21:29, Rück 22:35). 35 Tore in Aue geworfen, dass gab es noch nie. 1 Spiel in Aue gewonnen, das gibt es jetzt. 

Zu unserer Oger-Theorie haben wir HC-Trainer Rico Göde natürlich nicht befragt, aber wir geben ihm quasi hier das 2. Vorwort mit Sätzen aus seinem Nachwort zum Spiel: „Ich habe mich heute über vieles gefreut. Heute war die Abwehr gut und das Tempo. Ich habe zu Angriffsdingen gar nicht viel gesagt, das haben die Jungs heute im Wesentlichen selber gemacht. Mir ging es vor allem um eine Reaktion in der Abwehr.“

Nach halbwegs ausgeglichenen 18 Minuten übernahm der HC in der Erzgebirgshalle das Kommando und gab es nicht wieder ab. So hatte der Gast mit einem 5-Tore-Lauf zwischen der 17. und 21. Minute von 7:7 auf 7:12 gestellt und den EVH Aue damit frühzeitig kalt erwischt. Das Teams aus dem Erzgebirge wirkte mit zunehmender Dauer der 1. Halbzeit im Angriff etwas überhastet. Zur Halbzeitpause führten die Landeshauptstädter dann durch einen Treffer des gut aufgelegten Mindaugas Dumcius kurz vor dem Pausenpfiff sogar mit 6 Toren (10:16). Möglich war dieser Vorsprung durch eine gute Trefferquote, aber vor allem durch eine verbesserte Abwehr mit einem starken Mario Huhnstock, der im 1. Spielabschnitt bärenstarke 47 Prozent der Bälle hielt, die auf sein Tor kamen. Zudem hatten die Dresdner in Sebastian Greß und Lukas Wucherpfennig zwei herausragende Akteure im 1. Spielabschnitt. Einzig beim Überzahlspiel stellte sich der HC an diesem Tag weniger zielstrebig an.

Die Übernahme des Kommandos im Sachsenderby aus Halbzeit 1, wurde mit Zunahme der 2. Halbzeit zu einer Dresdner Dominanz. Wir lassen den leider verletzten EHV-Kapitän (Gute Besserung!) Kevin Roch zu Wort kommen, welcher im Livestream mitkommentierte: „Beeindruckend wie Dresden das gerade spielt.“ Oder: „Der HC hat eine geile Reaktion gezeigt.“ (siehe Hinspiel). Oder: „Wir müssen aufpassen uns hier nicht abschießen zu lassen.“ Viele Trümpfe aus dem Hinspiel stachen beim Heimteam aus Aue an diesem Tag nicht. Weder die zuletzt immer wieder starken Torhüter, noch die in den Dresden so starke Rückraumreihe Paraschiv (Mitte), Kammlodt (links) und De Santis (rechts) kamen wirklich gut ins Spiel. Das war in der 2. Halbzeit vor allem auch ein Verdienst einer starken und aufopferungsvoll kämpfenden Dresdner Defensive. Das Heimteam brauchte schon oft Überzahlsituationen, um teilweise überhaupt im Spiel zu bleiben. Rico Göde: „Ich glaube in den letzten 20 Minuten wusste der Gegner teilweise gar nicht mehr, was er machen sollte.“ Das 10. Tor von HC-Rechtsaußen Lukas Wucherpfennig zum 20:30, brachte für den HC in Minute 54 erstmals einen 10-Torevorsprung, welchen die Gäste bis zum Ende der Partie noch auf 13 Tore ausbauten (Endstand 35:22). Dabei gelang den Gästen angefangen von einem Kempa bis hin zu verschiedenen Trickwürfen im Wesentlich alles. 

Fazit: Es gibt solche Handballtage, an denen einem scheinbar Alles gelingt und dem Gegner nur wenig. Rico Göde fasste es so zusammen: „So ist Handball!“ Dies durften beiden Teams jeweils in Hin- und Rückspiel erleben. Mit solch einer Antwort des HC auf die Hinspielniederlage in Dresden, war aber in der „Heftigkeit“ auch nicht zu rechnen. In der Nachbetrachtung war das Spiel aber ab Minute 35 entschieden. Dies endete für den EHV in einer sicher historisch hohen Heimniederlage und für die Dresdner mit dem 1. Sieg in Aue überhaupt. Wichtig waren für die Landeshauptstädter an diesem Tag weniger die 35 Tore im Angriff, sondern vielmehr die Leistung in der Defensive. Der HC scheint also die Länderspielpause gut genutzt zu haben.

Tore: Huhnstock 1/Göres/Mohs/ (alle Tor), Wucherpfennig 11/4, Emanuel, Dierberg 2, Buschmann 2, Dumcius 6, Kretschmer 2, Jungemann 1, Stavast 2, Greß 5, Vanco 1, Quade, Kasal, Thümmler 2

Wolfgang Wegehaupt

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