Saisonvorschau 2019/20

Veröffentlicht am 21.08.2019 von Pressestelle HC Elbflorenz

Wolfram Wegehaupt wagt, wie jedes Jahr, mit euch den Blick in die Glaskugel!

Bester Aufsteiger und ganz sicherer Klassenerhalt sowie ganz knapper Nicht-Absteiger und bis zum vorletzten Spieltag gezittert, dass sind die beiden bisherigen Zweitligaspielzeiten des HC zusammengefasst. Und was bringt Spielzeit Nummer 3? Wie immer wagen wir einen Blick in Zukunft:

Wo steht die Liga insgesamt?

Dass sich die Qualität in der 2. Liga durch die Verkleinerung auf 18 Teams noch einmal verdichten wird, davon ist auszugehen. Ob dies ein kurzfristiger oder mittelfristiger Prozess ist, ist schwer zu sagen. Der Begriff der „stärksten 2. Liga aller Zeiten“ wurde in den letzten Jahren wohl etwas überstrapaziert. Allerdings tätigen gleich mehrere Vereine für Zweitligaverhältnisse spektakuläre Verpflichtungen (später dazu mehr). Dass die Liga zu den Top-Ligen weltweit gehört, steht weiterhin außer Frage. HC-Trainer Rico Göde: „Wenn man so einige Verpflichtungen sieht, dann ist das Niveau im Blick auf die Einzelspieler sicher noch einmal gestiegen. Ob das dann alles so mannschaftlich zusammenpasst, steht auf einem anderen Blatt. Es bleib abzuwarten, ob das Niveau in dieser Saison noch einmal steigt.“

Was ist vom HC zu erwarten?

Eines ist klar, so eine Saison wie die letzte will der HC unbedingt vermeiden. HC-Präsident Uwe Saegeling formulierte das Saisonziel wie folgt: „Wir sind Realisten und gehen optimistisch in die Saison. Wir wollen frühzeitig und unaufgeregt die Klasse halten und uns für den DHB-Pokal qualifizieren.“ Letzteres wäre also ein Platz zwischen 1 und 12. Dabei haben die Dresdner einen Kader zusammen, von dem sie absolut überzeugt sind. Dieser Kader hat eine wirklich gute Vorbereitung hinter sich. Mannschaftskapitän Mario Huhnstock sagte zusammenfassend zur Vorbereitung: „Wir sind, glaube ich, weiter als letzte Saison nach der Vorbereitung.“ Des Weiteren führte er aus: „Wir wollen einfach konstanter spielen als in der letzten Spielzeit. Unser größter Wunsch ist es, unsere Heimstärke auszubauen und unsere Halle zu einer richtigen Festung zu machen.“ 

Und wie ist der aktuelle Kader im Vergleich zur letzten Saison einzuschätzen? 6 Abgänge stehen beim HC 6 Neuzugänge gegenüber. Auf den Positionen Linksaußen, Kreis, Tor und Rückraumrechts hat der HC jeweils neue Spieler verpflichtet. So konnte man bspw. mit Jonas Thümmler einen Kreisläufer aus der 1. Liga verpflichten oder auf Linksaußen mit Marek Vančo einen tschechischen Nationalspieler. Thümmler kam aus Erlangen und Vančo wie der weitere Neuzugang Philip Jungemann (Kreis) vom Zweitligaabsteiger Dessau. Im rechten Rückraum, etwas die Achillesferse in der letzten Saison, präsentierten die Sachsen den Litauischen Nationalspieler Mindaugas Dumčius. Er kam vom Zweitligisten aus Aue. Dazu kommen mit Max Mohs ein Junioren-Nationalspieler vom SV Anhalt Bernburg und Tom Göres vom HV Grün Weiß Werder, die auf der Torhüterposition beim HC neben Mario Huhnstock neue Akzente setzen sollen. Alles in allem scheint der Dresdner Kader in der Tiefe qualitativ noch besser aufgestellt als in der letzten Spielzeit. Zudem wollen die Sachsen ihren mutigeren Angriffshandball aus der Endphase der letzten Spielzeit fortführen, ohne natürlich die Defensive zu vernachlässigen.

Wer kämpft um den Klassenerhalt?

„Nur weil die Liga verkleinert wurde und es weniger Absteiger gibt, wird es nicht leichter in der 2. Handball-Bundesliga zu bleiben“, sagte Rico Göde zum Thema Klassenerhalt. Wenn es um den Kampf um den Klassenerhalt geht, stehen die Aufsteiger aus Krefeld und Konstanz wohl zuerst im Fokus. Für beide Teams wäre der Verbleib in der 2. Liga ein großer Erfolg. Schwer einzuschätzen ist der dritte Aufsteiger ThSV Eisenach. Der Traditionsverein gewann die 3. Liga Ost souverän und setzte sich in der 1. Relegationsrunde klar gegen Konstanz durch. Zudem hat sich der ThSV verstärkt. Rico Göde sieht in Eisenach „keinen normalen Aufsteiger.“ Im erweiterten Abstiegskampf könnten sich auch Aue oder Emsdetten befinden. Beide Teams haben zentrale Spieler vor dieser Spielzeit verloren und nun muss man sehen, ob sie das mit den Neuzugängen auffangen können. Die Emsdetter spielten eine sehr gute Vorbereitung und können so vielleicht auch Richtung Mittelfeld schielen. Dann wäre da noch das Team aus Dormagen. Die Mannschaft war eine der Überraschungen der letzten Saison. Die Frage wird also sein, ob der TSV diese Leistung bestätigen kann. Vor der Saison hörte man auf jeden Fall sehr selbstbewusste Töne aus Dormagen. 

Mittelfeld oder mehr?

Alle Teams die hier genannt werden, ist das Mittelfeld zuzutrauen und vielleicht bei einigen sogar etwas mehr. Der TuS Ferndorf war wohl das Überraschungsteam der letzten Spielzeit. Der Verein aus Nordrhein-Westfalen scheint so stabil, dass er auch wieder im Mittelfeld landen könnte. Dazu kommt der TV Hüttenberg. Der Erstligaabsteiger der Saison 2017/2018, hat natürlich den Kader, um im Mittelfeld der 2. Bundesliga zu landen. Allerdings stellt sich die Frage, ob die Hessen die Findungsphase in der 2. Liga wirklich schon abgeschlossen haben? Gleiches gilt für den ambitionierten Handball Sport Verein Hamburg, welcher sich zudem mit Jens Schöngarth und Tobias Schimmelbauer sehr namhaft verstärkt hat und sich sicher näher an die Spitzenplätze schieben will. Mit den sehr eingespielten Teams aus Rimpar, Essen und Schwartau gibt es zudem drei Teams, welche vielleicht sogar an den Top 5 oder 6 kratzen können.

Wer steigt auf? 

Das Ziel Aufstieg haben mit Sicherheit mehrere Teams. Wie offen sie dies formulieren ist wiederum eine andere Sache. Der Erstligaabsteiger aus Bietigheim, welcher keinen geringeren als Spielmacher Mimi Kraus in seinen Reihen hat, formulierte sein Ziel klar: sofortiger Wiederaufstieg. Dazu kommt wohl das prominenteste Zweitligamitglied seit Jahren, der VfL Gummersbach. Das Team aus dem Oberbergischen spielte noch nie in der 2. Liga und sammelte in seiner Geschichte Titel wie andere Briefmarken. In den letzten Jahren ging es aber kontinuierlich bergab. Anspruchsdenken und Kader, der VfL verpflichtete bspw. Torhüter und Champions League Final Four Teilnehmer Filip Ivic vom Top-Club PGE Vive Kielce, machen den VfL per se zum Mitfavoriten. Den Aufstieg will nach einer Saison zum Vergessen sicherlich auch das Team des TuS N-Lübbecke. So verpflichtete der TuS bspw. HC-Spielmacher Roman Bečvar. Dazu kommen so ambitionierte Vereine wieder ASV Hamm-Westfalen, welcher im letzten Jahr Platz 4 belegte und mittelfristig die 1. Liga anstrebt. Außerdem ist da der HSC 2000 Coburg, der im letzten Jahr lange ganz vorn in der Tabelle mitspielte und mit Platz 3 nur knapp auf Aufstieg scheiterte. Auch die Coburger wollen mittelfristig wieder in die 1. Liga. Alle genannten Teams sieht auch Rico Göde im Favoritenkreis. Er ergänzte aber auch: „Ich glaube nicht, dass ein Team absolut dominiert und einen deutlichen Durchmarsch macht.“

Wolfram Wegehaupt

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