28. Spieltag: VfL Eintracht Hagen vs. HC Elbflorenz 26:23 (14:12)

Veröffentlicht am 24.03.2018 von Redaktion

Schwache Angriffsleistung in Hagen – Serie reißt!

So läuft es in der 2. Handball Bundesliga. Es gibt keinerlei Garantien, auch nicht nach kleinen Serien, welche das Selbstbewusstsein stärken. Dies musste der HC nun auch erfahren und damit den unheimlich kreativen Reim „Hagen geschlagen“ in der Kiste lassen. Wenn man als sächsisches Team in einer Halle nicht gewinnen kann, welche ISCHEland heißt, dann sollte es wohl einfach nicht sein. (:

Das Spiel in der Ischeland Halle war in der ersten Viertelstunde von einem sehr hohen Tempo geprägt. Beide Teams versuchten die Tore des Gegners oft binnen von Sekunden zu beantworten. Außerdem nutzte der VfL, wie der HC, Fehler des Gegners relativ konsequent zu einfachen Toren. Die Sachsen waren zunächst leicht Ton angebend und trafen durch Tim-Philip Jurgeleit zum 0:1 vom Siebenmeterpunkt. Die Hausherren brauchten 3 Versuche, vorher hatte Hendrik Halfmann an alter Wirkungsstätte zweimal gehalten, um durch Daniel Mestrum in der 4. Minute das 1:1 zu erzielen. Bis in die 15. Minute hinein waren insgesamt schon 17 Tore gefallen (8:9). Danach sank das Tempo beider Teams und beim HC leider gleichzeitig die Angriffseffektivität stark ab. Die Dresdner leisteten sich in der gesamten 1. Halbzeit 3 Fehlwürfe vom Siebenmeterpunkt bzw. konnte VfL-Keeper Mahncke dreimal parieren. Zweites Problem beim HC, die Gäste nutzen ihre Überzahlsituationen viel zu wenig aus. Als Roman Becvar in der 22. Minute aus zentraler Position zum 10:11 traf, sollten 6 torfreie HC-Minuten folgen. Inzwischen hatten sich, die in dieser Phase auch nicht fehlerfrei agierenden Hagener, erstmalig die Führung im Spiel geholt. Der vorher zweimal an Hendrik Halfmann gescheiterte Aufbauspieler Sebastian Schneider, hatte in der 25. Minute aus dem Rückraum zum 12:11 getroffen. Wenig später fiel per Siebenmeter durch VfL-Spielmacher Sören Kress sogar das 13:11. Im Gegensatz zu den Sachsen traf Hagen nämlich alle Siebenmeter in der 1. Halbzeit. Roman Becvar besorgte dann zu Beginn der 29. Minute das 13:12. Mit 14:12 ging es dann letztendlich in die Kabine, da Hagen noch einmal durch Kapitän Schneider traf und er HC im letzten Angriff nichts mehr Zählbares erreichte.

Zu Beginn der 2. Halbzeit fing der HC an das Spiel fast schon aus der Hand zu geben. Die Hagener hatten von einer 6:0 Deckung auf eine 5:1 Variante umgestellt und bereiteten den Dresdnern damit „mehr Probleme als gedacht“, so Christian Pöhler nach der Partie. Auf Seiten der Gastgeber war es zudem ein konstant starker Mahncke im Tor, der den HC-Angreifern bis zur 40. Minuten 4 Würfe abkaufte. Auch bedingt durch eine frühe Dresdner Zeitstrafe konnten die Gastgeber bis zur 35. Minute auf 17:12 wegziehen. Als Gabriel De Santis für den HC in der 2. Halbzeit das 17:13 erzielte, war das nach der furiosen Anfangsviertelstunde, erst der 4 Treffer in fast 20 Minuten. Doch der HC kam noch einmal ins Spiel zurück. Durch eine besser gespielte Überzahl und u. a. einen abgefangen Pass inklusive Kontertor, kam der HC bis zur 44. Minute auf 20:18 heran und ließ dann leider in Überzahl die Chance zum 20:19 sträflich liegen. Nach dieser vergebenen Chance bogen die Hagener endgültig auf die Siegerstraße ein. Auch weil der HC in dieser Phase, wie insgesamt im Spiel, nach Fehlern zu viele leichte Tore kassierte. Als der bärenstarke VfL-Rechtsaußen Jan van Boenigk in der 48. Minute zum 23:18 traf, war das Spiel im Rückblick entschieden. Die Dresdner erholten sich von diesem erneuten 5-Torerückstand nicht mehr. Am Ende siegten die Gastgeber verdient mit 26:23 und das letztendlich im Blick auf die Schlussviertelstunde souverän.

Fazit: Vor allem Tobias Mahncke zog den Dresdnern mit sehr starken 16 Paraden, davon 3 gehaltene Strafwürfe, den Zahn. Das sah HC-Coach Christian Pöhler ähnlich und sagte nach der Partie dazu: „Wir haben heute von einigen Dingen zu viel oder wie man sehen mag, zu wenig gemacht. Wir haben zu viele Fehlwürfe, gerade was unsere hundertprozentigen Chancen angeht. Dazu kommt ein schlechtes Überzahlspiel. Zudem bekommen wir zu viele Kontertore. Die Gegenstöße taten in dieser Zahl natürlich weh. Tobias Mahncke im Tor des VfL war heute der entscheidende Faktor, manchmal ist die Erklärung so einfach. Mit 23 geworfenen Toren gewinnst du in fremder Halle keine Spiele. 26 Gegentore sind okay.“

Der Umkehrschluss auf die Angriffseffektivität der Sachsen ist relativ klar. Nach der furiosen Anfangsviertelstunde konnte der HC das Niveau vor allem im Angriff einfach nicht mehr halten. Alleine die 3 verworfenen Strafwürfe brachten den HC schon zur Halbzeitpause, um eine bessere Ausgangsposition. Zwar kam der HC in der 2. Halbzeit noch einmal heran, konnte aber die Wende nicht herbeiführen. So folgte nach 4 Siegen in Reihe nun wieder die erste Niederlage bei heimstarken Hagenern. Der VfL ging vor 750 Zuschauern in der Arena am Ischeland verdient als Sieger vom Parkett.

Tore: Halfmann/Huhnstock (beide Tor), Jurgeleit 4/3, Boese 1, Dierberg 1, Buschmann 3, De Santis 3, Flödl, Kretschmer 2, Hoffmann 2, Greß, Flödl, Zele 1, Kammlodt, Becvar 4, Quade 2

Text: Wolfram Wegehaupt

Fotos: Stephi Fleischer

Weitere Beiträge der Kategorie Hauptbeiträge