11. Spieltag: HC Elbflorenz vs. Eintracht Hildesheim 29:27 (17:14)

Veröffentlicht am 06.11.2017 von Michael Schöne

HC siegt im Duell der Aufsteiger – Hildesheim mit Déjà-vu

Nach dem Spiel müssen sich die Hildesheimer wie bei einem Déjà-vu gefühlt haben, denn wie in der legendären Begegnung am 31. März 2017 hatte die Eintracht in der Schlussphase die Chance auf ein besseres Ergebnis in Dresden, verlor dann aber doch. Ansonsten müssen sich die Hildesheimer vor dem Spiel wie in einer anderen Welt vorgekommen sein, denn beim Spiel in der BallsportARENA erinnerte nichts mehr an die alte Spielstätte der Dresdner aus der letzte Drittligaspielzeit und das ist auch gut so!

Die Partie begann gleich mal mit einem Rekord, denn 1950 Augenpaare, welche ein Zweitligaspiel in der BallsortARENA sehen, das gab es noch nie. Das Zweite erfreuliche an diesem Tag: Der HC hatte außer Daniel Zele alle Spieler wieder an Bord. Nach dem Spiel bezeichnete HC-Trainer Christian Pöhler es als „Big Point“, dass alle Spieler diesmal verletzungsfrei blieben. Die Zuschauer sahen dann einen sehr ausgeglichenen Beginn. Auf Hildesheimer Seite war es wie erwartet das Dreieck John, Tzoufras und Savvas, welches die Akzente setze. Im Laufe des Spieles sollte es dann aber bei der Eintracht mehr und mehr eine Ein-Mann-Show werden, denn Rückraumspieler Savvas Savvas traf nach seinem 1. Treffer zum 2:3 noch 15mal. Christian Pöhler nahm nach der Partie für die Spielweise des jungen Griechen – Savvas Savvas wechselt im Übrigen im nächsten Jahr in die Bundesliga zur GWD Minden – das Wort „Augenweide“ in den Mund. Auf Dresdner Seite hielt vor allem über Julius Dierberg, ein stark aufgelegter Spielmacher Roman Bečvář, der erneut gut agierende Adrian Kammlodt und „Mentalitätsmonster“ Henning Quade dagegen. So entwickelte sich bis zur 14. Minute eine enge Partie (7:7). Danach konnte sich dann der HC etwas absetzen. Die Hausherren nutzten Ballgewinne in der Abwehr zu zwei schnellen Toren. Dazwischen hatte Adrian Kammlodt getroffen. So stand es 10:7. Der Vorteil hielt aber nicht lange, denn Savas Savas traff zweimal in Folge zum 10:9 (18. Minute). In der Folge legte der HC aber noch einen Gang zu und führte in der 25. Minute durch einen Boese-Konter mit 15:11. Zwischendurch hatte die Eintracht eine Auszeit genommen, eine Überzahl nicht genutzt und im Tor gewechselt. Christian Pöhler war zwar mit der 1. Halbzeit grundsätzlich zufrieden, bemängelte aber nach dem Spiel, dass der Vorsprung zur Halbzeit etwas höher hätte ausfallen können. Gästecoach Oberbeck hatte nach der Auszeit den jungen Paul Twarz für den glücklosen Jakub Lefan ins Tor gebracht. Twarz hatten es die Hildesheimer dann auch zu verdanken, dass der Abstand zur Halbzeit nur bei 3 Toren (17:14) blieb und natürlich Savvas Savvas, welcher schon in der 1. Halbzeit 7 Treffer markierte hatte.

So flüssig wie in der 1. Halbzeit lief es bei den Sachsen im 2. Spielabschnitt aber nicht weiter. Bis zur 48. Minute hatte man lediglich 4 Treffer markiert. Zum gleichen Zeitpunkt der 1. Halbzeit waren es 11. Diese Diskrepanz hielt die Eintrachtler nicht nur Spiel, sondern bescherte ihnen in der 48. Minute durch einen Treffer von Maurice Lungela sogar die 21:22 in Führung. Vorher hatte die Eintracht nach dem 21:21 durch Savvas in Ballbesitz die Auszeit genommen, um zu besprechen, wie sie auf die Manndeckung von Savvas reagieren sollten. Die Dresdner hatten in der Phase davor mit der 6:0-Abwehr der Gäste zunehmend Probleme und leisteten sich zudem einige leichte Fehler. Des Weiteren vergab man zwei Strafwürfe und die Eintracht hatte an diesem Tag mit Paul Twarz insgesamt den besseren Keeper auf dem Parkett. Außerdem spielte der HC wie Christian Pöhler nach dem Spiel sagte eine „katastrophale Überzahl“. Nach der Auszeit nahm der HC dann auch noch Eintracht-Spielmacher Robin John in Manndeckung. Nun entwickelte sich ein Spiel auf Messersschneide. Bei den Niedersachsen traf Savvas Savvas einfach weiter und der HC zeigte sich nervenstark. Viermal konnte der HC bis zum 25:25 in der 56. Minute die Führung der Gäste ausgleichen. Dabei hatte die Eintracht sogar zweimal die Chance mit 2 Toren in Führung zu gehen. Vor dem Treffer zum 25:25 durch den von Linksaußen gut aufgelegten Julius Dierberg, hatte Savvas Savvas jedoch Adrian Kammlodt mit einer Art Haken zu Boden geschickt. Er erhielt dafür 2 Minuten. Der ins Tor gekommene Mario Huhnstock lieferte nun seine fast schon üblichen starken Schlussminuten, was Julius Dierberg im Angriff mit viel Selbstvertrauen und etwas Glück zum 26:25 nutze. Bei dem Treffer stand die Halle endgültig Kopf. Als Mario Hunhstock noch einen freien Wurf vom Kreis aus der Luft fischte und Patrik Hruščák in der 59. Minute bei Zeitspiel zum 27:25 einnetzte, bog der HC auf die Siegerstraße ein. Ein an diesem Tag bärenstarker Henning Quade erzielte 1 Minute vor dem Ende das 28:26. Dazwischen hatten die Hildesheimer zum 28:27 getroffen. Robin John erzielte zwar nur 35 Sekunden nach Quade das 28:27, die anschließende Manndeckung brachte aber nichts mehr ein, denn Nils Gugisch traf bei angezeigtem Zeitspiel quasi mit der Schlussirene zum 29:27.

Fazit: Der HC siegt am Ende verdient gegen Eintracht (Savvas) Hildesheim. Die Dresdner waren über weite Strecken das bessere und spielbestimmende Team. Trotzdem hätte das Spiel in der Schlussviertelstunde kippen können. Die Hildesheimer blieben immer dran und hatten in Savvas Savvas eine wahre Tormaschine. Am Ende gewann aber die Mannschaft mit der besseren Mannschaftsleistung und das Team, was in der entscheidenden Phase fast 2000 Zuschauer extrem lautstark auf seiner Seite hatte. Damit baut der HC seine Heimserie auf 4 Siege in Folge aus! So stehen die Dresdner nach 11 Spieltagen auf dem 11. Platz und führt damit mit 10:12 Punkten die 2. Hälfte der geteilten Tabelle an.

Der emotionale Leader der Dresdner Henning Quade sagte nach der Partie: „ Es war das erwartete Kampfspiel. In der 2. Halbzeit hatten wir gegen die 6:0-Abwehr von Hildesheim so unsere Probleme. Wir haben zu viel durch die Mitte probiert. Auch bei den Siebenmetern müssen wir konsequenter sein. Insgesamt war es aber eine starke Mannschaftsleistung. Ich hatte auch beim Rückstand nie das Gefühl, dass wir verlieren.“

ww

Die kompletten Statements der Trainer sehen sie im folgenden Video von der Pressekonferenz:

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