[9. Spieltag] TuS Ferndorf vs. HC Elbflorenz Dresden (Vorbericht)
Der HC Elbflorenz
Nach zwei deutlichen Siegen wartet auf den HC Elbflorenz am Freitagabend 19:00 Uhr die nächste Herausforderung in der 2. Handball-Bundesliga. Die Dresdner gastieren als Tabellenführer (14:2 Punkte) beim TuS Ferndorf in der stimmungsvollen Sporthalle Stählerwiese. Die Gastgeber haben mit einem Auswärtssieg in Nordhorn gerade zurück in die Erfolgsspur gefunden. Kann der HC Elbflorenz seine beeindruckende Konstanz auch im Siegerland bestätigen?
Die Mannschaft von Trainer André Haber überzeugte zuletzt mit einem 30:20 in Coburg und einem 38:28 gegen die Eulen Ludwigshafen. Beide Spiele entschieden die Dresdner mit starken Phasen rund um die Halbzeitpause. Gegen Ludwigshafen machten sie aus einem 13:13 mit einem 5:0-Lauf eine komfortable Pausenführung. Marino Mallwitz glänzte mit 13 Paraden und einer Fangquote von 42 Prozent, nachdem Robin Cantegrel in Coburg bereits 16 Bälle entschärft hatte.
Haber sieht in der Fähigkeit, Spiele mit solchen Phasen auf die eigene Seite zu ziehen, eine wichtige Stärke: „Das ist eine Sache, die mich frohen Mutes in die Zukunft schauen lässt.“ Auch das Zusammenspiel von Abwehr und Torhütern überzeugte ihn. Gleichzeitig verwies er auf die guten Angriffslösungen Ludwigshafens und Verbesserungspotenzial beim eigenen Sieben-gegen-sechs-Spiel.
Mit Ferndorf wartet ein unangenehmer Gegner. „Ferndorf hat eine sehr engagierte Abwehr“, betont André Haber und verweist auf die stimmungsvolle Stählerwiese. Eine weitere Stärke sieht er im Angriffsspiel mit sieben Feldspielern: „Im Angriff haben sie seit dieser Saison wirklich sehr, sehr viel auf Sieben gegen Sechs gesetzt.“ Für den HC Elbflorenz wird es darauf ankommen, die Ferndorfer Defensive gut zu bespielen und gegen das Sieben-gegen-sechs-Spiel die richtigen Lösungen zu finden. Bei diesem Unterfangen steht André Haber der komplette Kader zur Verfügung.
Allgemeine Einordnung des Gegners
Der TuS Ferndorf pflegt und lebt seit Jahren das Image des kleinen, bodenständigen Vereins aus dem Siegerland und gibt den Klassenerhalt als oberstes Ziel aus. Angesichts der finanziellen Möglichkeiten ist diese Zurückhaltung nachvollziehbar. Der Kader bietet allerdings Qualität für höhere Ansprüche. Mit Mikael Helmersson verpflichtete Ferndorf bspw. den zweitbesten Torschützen der vergangenen Zweitligasaison. Ferndorf mag ein kleiner Standort sein, ein kleiner Gegner ist der TuS deshalb noch lange nicht.
Nach dem Abstieg 2022 gelang 2024 die Rückkehr in die 2. Bundesliga. In der vergangenen Saison belegten die Siegerländer Platz 16. Ein wichtiger Faktor ist die Stählerwiese mit ihren nah am Spielfeld sitzenden, lautstarken Zuschauern.
Die bisherige Saison des Gegners
Ferndorf startete mit drei Siegen aus vier Spielen stark in die Saison. Auf Erfolge gegen Ludwigshafen (34:27) und Emsdetten (31:26) folgten eine knappe Niederlage in Coburg (30:31) und ein offensiv überzeugendes 39:33 gegen Dessau-Roßlau.
Anschließend geriet der TuS mit drei Niederlagen gegen Hagen (22:25), Potsdam (28:32) und Großwallstadt (24:32) ins Stocken. Besonders gegen Großwallstadt offenbarte Ferndorf Probleme im Angriff und leistete sich zu viele Ballverluste.
Mit einem 33:30-Auswärtssieg in Nordhorn gelang am achten Spieltag die Trendwende. Ferndorf steht damit bei 8:8 Punkten und geht mit neuem Selbstvertrauen in die Begegnung.
Das Personal des Gegners
Im Rückraum verfügt Ferndorf über beachtliche Qualität. Marvin Mundus ist aktuell mit 64 Treffern in acht Spielen der beste Torschütze der 2. Handball-Bundesliga. Der Rückraumrechte ist auch vom Siebenmeterpunkt gefährlich.
Mit Mikael Helmersson kam im Sommer ein weiterer herausragender Torschütze hinzu. Der italienische Nationalspieler erzielte in der Vorsaison 190 Treffer für Coburg. Wegen einer Rückenverletzung gab er erst gegen Großwallstadt sein Debüt.
Weitere wichtige Akteure sind Spielmacher Nico Schnabl, Vorbereiter Daniel Hideg und Tom Jansen, der gegen Großwallstadt zehnmal traf. Am Kreis übernimmt Kapitän Mattis Michel Verantwortung. Auch Linksaußen Pablo Lange, der vom SC Magdeburg II kam, hat sich gut eingefügt. Im Tor gehört Can Adanir zu den bewährten Stützen.
Ein besonderes Wiedersehen gibt es mit Timo Stoyke, der im Sommer vom HC Elbflorenz nach Ferndorf wechselte. Den umgekehrten Weg nahm Julius Meyer-Siebert, für den die Partie eine Rückkehr an seine frühere Wirkungsstätte bedeutet. Der Rückraumspieler brachte seine Kenntnisse über Ferndorf auch in die Dresdner Spielvorbereitung ein. „Julius hat quasi auch ein paar Beiträge zum Matchplan gemacht“, bestätigte Haber in der Pressekonferenz.
Seit 2023 trainiert Ceven Klatt die Mannschaft. Er setzt auf körperliche Präsenz und eine kompakte Defensive sowie, wie schon erwähnt, viel auf das Sieben-gegen-sechs. Nach einer verletzungsbedingt schwierigen Vorsaison und mehreren Kaderveränderungen soll möglichst früh Abstand zu den Abstiegsplätzen geschaffen werden. Dahingehend ist der TuS derzeit auf einem guten Weg.
Text: Wolfram Wegehaupt