[3. Spieltag] TuSEM Essen vs. HC Elbflorenz Dresden (Vorbericht)
Der HC Elbflorenz
Der HC Elbflorenz reist mit viel Selbstvertrauen nach Essen. Drei Pflichtspiele, drei Siege – nach dem Pokalerfolg in Aue sowie den Erfolgen gegen Dormagen und Lübbecke ist der Start in die neue Saison gelungen. Besonders auffällig war dabei das Tempospiel der Dresdner. In allen drei Partien erzielte der HC Elbflorenz bereits 21 Tore in der ersten Halbzeit.
Genau dort sieht auch Trainer André Haber eine der Stärken seiner Mannschaft: „Die 21 Tore zur Halbzeit in den bisherigen Spielen sprechen vor allem für unser Tempospiel. Das ist sicherlich eine unserer Stärken, die wir auch in Essen wieder auf die Platte bringen wollen.“ Gleichzeitig hebt Haber die Variabilität seiner Mannschaft hervor: „Wir haben auch in der Abwehr die Möglichkeiten, unterschiedliche Systeme zu spielen und uns auf verschiedene Situationen einzustellen.“
Allgemeine Einordnung des Gegners
Essen liegt im Herzen des Ruhrgebietes. Mit dem TUSEM Essen wartet dort auf den HC einer der großen Traditionsvereine des deutschen Handballs. Drei deutsche Meisterschaften, drei DHB-Pokalsiege und mehrere internationale Titel stehen in der Vereinsgeschichte. Zuletzt spielte Essen 2020/21 in der 1. Bundesliga, seitdem gehört der Verein wieder zum festen Inventar der 2. HBL. Traditionell besitzt beim TUSEM auch die eigene Nachwuchsarbeit einen hohen Stellenwert.
Ein Blick auf den bisherigen Saisonstart
Im DHB-Pokal sorgte Essen direkt für eine Überraschung und warf mit dem SC DHfK Leipzig den wohl größten Aufstiegsfavoriten der 2. Liga nach doppelter Verlängerung mit 36:33 aus dem Wettbewerb. Zum Ligaauftakt folgte zwar eine 29:32-Heimniederlage gegen die HSG Nordhorn-Lingen, am zweiten Spieltag setzte der TUSEM aber das nächste Ausrufezeichen. Beim zweiten großen Aufstiegsfavoriten GWD Minden erkämpften sich die Essener ein 34:34-Unentschieden.
Für Haber sind diese Ergebnisse Warnung genug: „Essen ist gerade zu Hause eine sehr gefährliche Mannschaft. Sie haben viele junge Spieler und Talente, die sich kontinuierlich weiterentwickeln. Auch die letzten Ergebnisse mit dem Pokalsieg gegen Leipzig und dem Punkt gegen Minden zeigen ihre Qualität.“ Zudem verweist der Cheftrainer auf die Heimstärke der vergangenen Saison: „In Essen war es in den vergangenen Jahren immer schwer und das wird mit Sicherheit auch diesmal so sein.“
Da war doch was…
An das letzte Gastspiel in Essen dürften sich die Dresdner noch gut erinnern. Im April gewann der HC Elbflorenz eine dramatische Partie mit 33:32 durch einen Siebenmeter nach Ablauf der Spielzeit. Zuvor hatte die Essener Bank beim Kampf um einen Abpraller den Auszeit-Buzzer betätigt, obwohl aus Sicht der Spielleitung kein klarer Ballbesitz vorlag. Die Schiedsrichter werteten dies als unsportlichen Eingriff – Louis Bensch verwandelte den fälligen Siebenmeter zum Dresdner Sieg.
Das Personal des Gegners
Personell hat sich beim TUSEM vor der Saison einiges getan. Mit Dominik Plaue, Jan Reimer, Valentin Clarius, Luis Buschhaus und Alexander Becker verließen fünf Spieler den Verein.
Neu dabei sind Danilo Zunic (Rechtsaußen) und Luis Igel (Rückraum) aus der eigenen Nachwuchsarbeit. Dazu kommen mit Lukas Diedrich (Tor) vom Bergischen HC und Nicolas Schley (Kreis) vom 1. VfL Potsdam zwei erfahrene Verstärkungen. Der Kader bleibt damit jung und entwicklungsfähig und ist teilweise von Spielern aus der eigenen Nachwuchsarbeit geprägt.
Zu den wichtigen Leistungsträgern gehören Spielmacher Nils Homscheid, der auf Halblinks agierende Felix Göttler und Rechtsaußen Felix Eißing. Sie gehören zu den zentralen Akteuren einer Essener Mannschaft, die viel Dynamik im Spiel Eins-gegen-Eins mitbringt.
An der Seitenlinie steht der 33-jährige Kenji Hövels, der auf Intensität, Tempo und eine mutige Spielweise setzt. Für den HC Elbflorenz wird es deshalb darauf ankommen, die bisherige Konsequenz auch in Essen auf die Platte zu bringen. Oder wie Haber es formuliert: „In dieser Liga kann am Ende jeder Punkt und sogar jedes einzelne Tor entscheidend sein, deshalb wollen wir nichts verschenken.“
Text: Wolfram Wegehaupt