[1. Spieltag] TSV Bayer Dormagen vs. HC Elbflorenz Dresden (Vorbericht)
Der HC Elbflorenz
Für den HC Elbflorenz beginnt in Dormagen eine Saison, in der die Zielsetzung so klar ist wie selten zuvor: Die Dresdner wollen aufsteigen. Nach Platz drei in der vergangenen Spielzeit soll nun der nächste Schritt folgen. Der Kern der Mannschaft ist zusammengeblieben und wurde mit Daniel Bláha, Dominik Skopár, Nils Fuhrmann und Julius Meyer-Siebert gezielt verstärkt.
Die Vorbereitung verlief insgesamt gut und im ersten Pflichtspiel setzte der HC Elbflorenz mit dem deutlichen Pokalerfolg beim Drittliga-Topteam Aue ein erstes Ausrufezeichen. Auch personell sind die Voraussetzungen zum Saisonstart gut: Trainer André Haber kann in Dormagen aus dem Vollen schöpfen. Gegen die junge, temporeiche Mannschaft des TSV wird es darauf ankommen, von Beginn an präsent zu sein und die eigene Qualität und Erfahrung auf die Platte zu bringen. Der Anspruch für den Saisonauftakt ist klar: Die ersten beiden Punkte sollen mit nach Dresden. Dafür kann Cheftrainer André Haber auf den gesamten Kader zurückgreifen.
Haber sagte vor dem ersten Saisonspiel: „Mir hat bei unserem Pokalsieg in Aue vor allem unsere Einstellung, die Emotionalität und der Zusammenhalt imponiert. Obwohl einige Spieler ein solches Derby noch gar nicht kannten, hatten wir von Beginn an eine hohe Energie und Aggressivität. Diesen Biss und dieses Miteinander müssen wir jetzt mitnehmen. Wenn uns das gelingt, haben wir eine sehr gute Chance, in dieser Saison viele Spiele zu gewinnen, auch das erste in Dormagen. Der TSV zeichnet sich durch eine hohe individuelle Qualität im Eins-gegen-eins und ein gutes Weiterspielen aus. Das müssen wir in den Griff bekommen. Läuferisch werden sie uns ähnlich fordern wie Aue, denn auch Aue hat ein enormes Tempo gespielt. In diesem Sinne wissen wir, was in Dormagen auf uns zukommt.“
Allgemeine Einordnung des Gegners
Der TSV Bayer Dormagen ist ein Handballverein aus Dormagen, dessen Handballabteilung 1949 gegründet wurde. In den 1980er- und 1990er-Jahren erlebte der Klub seine erfolgreichste Zeit: 1987 gelang der Aufstieg in die 1. Bundesliga, wo das Team direkt mit einem herausragenden 5. Platz überraschte – ein Ergebnis, das 1990/91 erneut bestätigt wurde. Auch international sammelte Dormagen Erfahrungen auf europäischer Bühne. Heute spielt der Verein in der 2. Handball-Bundesliga und verbindet seine erfolgreiche Vergangenheit mit einem klaren Fokus auf die Entwicklung junger Talente.
Ein Blick auf die Vorbereitung des Gegners
Wir zählen den DHB-Pokal einmal mit zur Vorbereitung dazu. In der ersten Runde schied Dormagen gegen den Erstligisten aus Eisenach aus. Die 26:34-Niederlage klingt dabei deutlich, so deutlich war es aber nicht. 50 Minuten agierte der TSV auf Augenhöhe, danach konnte Eisenach seine individuelle Klasse noch einmal entscheidend auf die Platte bringen. Davor hatten die Dormagener alle sechs Vorbereitungsspiele gewonnen. Dabei schlug man u. a. die Zweitligisten Essen und Hamm sowie den Erstligisten Bergischer HC.
Das Personal des Gegners
Jung und talentiert, aber nicht mehr unerfahren – so lässt sich der Kader der Dormagener beschreiben. Schon im vergangenen Sommer musste Dormagen mit Sören Steinhaus seinen herausragenden Spieler der Saison 2024/25 zum Bergischen HC ziehen lassen. Dennoch entwickelte sich die junge Mannschaft in der vergangenen Spielzeit beachtlich weiter.
Auch vor dieser Spielzeit musste der TSV wieder Leistungsträger abgeben. Kreisläufer Jan-Christian Schmidt wechselte in die 1. Liga nach Hamburg und der starke Rückraumrechte Finn Schroven zum Zweitliga-Aufstiegsfavoriten SC DHfK Leipzig. Die Abgänge hat man erneut gezielt mit jungen, entwicklungsfähigen Spielern aufgefangen.
Neu hinzugekommen sind der belgische Nationaltorhüter Nick Deekens (Tor), der niederländische Nationalspieler Driek Manders (Kreis) und Jakob Leun (Rückraum rechts). Zudem rückt Paul Scholl (Linksaußen) aus der eigenen Jugend in den Profikader auf. Dass die neu formierte Mannschaft bereits gut funktioniert, zeigte eine nahezu makellose Vorbereitung mit sechs Siegen aus sechs Testspielen und starken 50 Minuten gegen Eisenach.
Viele wichtige Spieler konnte der TSV zudem halten. Zu den Leistungsträgern zählen der routinierte Torhüter Christian Ole Simonsen und Rechtsaußen Peter Strosack. Auch Spielmacher Luca Krist ist trotz seines jungen Alters ein zentraler Leistungsträger im Team.
Passend zur jungen Mannschaft steht mit Julian Bauer ein Trainer an der Seitenlinie, der mit 31 Jahren selbst noch sehr jung ist. Er wechselte 2024 von der A-Jugend des SC Magdeburg nach Dormagen und lässt einen attraktiven, schnellen Handball spielen.
Text: Wolfram Wegehaupt