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DHB-Pokal: HC empfängt erneut Hamburg

News,Spieltagsberichte/-vorschau
 
21. September 2026
 
Mia Uhl

[DHB-Pokal 2. Runde] HC Elbflorenz Dresden vs. Handball Club Hamburg

Der HC Elbflorenz

Ein Jahr später kommt es zur Neuauflage: In der 2. Runde des DHB-Pokals empfängt der HC Elbflorenz erneut den Bundesligisten aus Hamburg in der BallsportARENA. An dieses Duell haben die Dresdner beste Erinnerungen. In der vergangenen Saison warf der HC Elbflorenz die damals noch als Handball Sport Verein Hamburg (HSVH) antretenden Hamburger in einem denkwürdigen Pokalspiel mit 47:46 nach zweifacher Verlängerung aus dem Wettbewerb.

Nun kommt es an gleicher Stelle zum Wiedersehen – nur unter neuem Namen. Aus dem Handball Sport Verein Hamburg wurde inzwischen der Handball Club Hamburg (HCH). Die Rollen sind erneut klar verteilt: Der Erstligist reist als Favorit nach Dresden. Der HC Elbflorenz hat allerdings schon im vergangenen Jahr eindrucksvoll bewiesen, dass er die Hamburger in einem Pokalspiel schlagen kann.

Beide Mannschaften gehen mit einer Niederlage vom Sonntag in das Pokalduell. Der HC musste sich im mit Spannung erwarteten Sachsenderby dem Bundesligaabsteiger SC DHfK Leipzig mit 35:37 geschlagen geben. Dabei lag Dresden zwischenzeitlich mit neun Toren zurück, kämpfte sich aber noch einmal eindrucksvoll zurück und machte die Partie in der Schlussphase wieder spannend.

Auch Hamburg blieb am Sonntag ohne Punkte. Beim Tabellenführer SG Flensburg-Handewitt unterlag der HCH mit 34:37, zeigte dabei aber eine starke Leistung und hielt die Partie lange offen.

Damit treffen nur rund 48 Stunden später zwei Mannschaften aufeinander, die am Sonntag viel investieren mussten. Der HC Elbflorenz will nach seiner ersten Saisonniederlage schnell wieder in die Erfolgsspur zurückkehren. Hamburg wartet in der Bundesliga dagegen weiterhin auf den ersten Sieg und möchte gleichzeitig verhindern, wie im vergangenen Jahr erneut frühzeitig am HC Elbflorenz aus dem DHB-Pokal auszuscheiden. Und dass gegen diesen Gegner etwas möglich ist, müssen sich die Dresdner nicht erst einreden – sie haben es vor einem Jahr bereits bewiesen.

Allgemeine Einordnung des Gegners

Mit dem Handball Club Hamburg kommt ein Verein nach Dresden, dessen Geschichte von großen Erfolgen, aber auch tiefen Einschnitten geprägt ist. 2011 wurde Hamburg Deutscher Meister, 2013 gewann der Klub die Champions League. Nach dem wirtschaftlichen Zusammenbruch und dem Rückzug aus der Bundesliga 2016 folgte der Neustart in der vierten Liga. Schritt für Schritt kämpften sich die Hamburger zurück und spielen seit 2021 wieder in der Bundesliga.

Ganz verschwunden waren die finanziellen Probleme allerdings nicht. 2024 stand die Bundesligalizenz erneut auf der Kippe, ehe der Verein die wirtschaftlichen Voraussetzungen doch noch erfüllen konnte. Inzwischen wurde ein großer Teil der Altlasten bereinigt und der Klub sieht sich finanziell wieder deutlich stabiler aufgestellt.

Auch die Umbenennung gehört zum Neustart. Aus dem bisherigen Handball Sport Verein Hamburg wurde im Sommer der Handball Club Hamburg. Der neue Name soll vor allem die Eigenständigkeit gegenüber dem Fußballklub Hamburger SV deutlicher machen und gleichzeitig für ein neues Kapitel des Hamburger Handballs stehen.

Der bisherige Saisonstart des Gegners

Sportlich verlief der Start in die neue Spielzeit schwierig. Im DHB-Pokal löste Hamburg seine Pflichtaufgabe beim Drittligisten MTV Braunschweig souverän und gewann mit 39:28. In der Bundesliga wartet die Mannschaft von Trainer Torsten Jansen dagegen weiterhin auf den ersten Sieg.

Zum Auftakt unterlag der HCH beim Aufsteiger HBW Balingen-Weilstetten mit 26:30. Es folgte ein 34:34 gegen den TVB Stuttgart, ehe Hamburg bei der stark besetzten TSV Hannover-Burgdorf beim 28:30 nur knapp an einem Punktgewinn vorbeischrammte. Auch das anschließende Heimspiel gegen FRISCH AUF! Göppingen ging knapp mit 31:32 verloren.

Am Sonntag folgte beim Tabellenführer SG Flensburg-Handewitt die nächste Niederlage. Hamburg unterlag mit 34:37, zeigte dabei aber eine deutlich bessere Leistung, als es die bisherige Punktausbeute vermuten lässt. Der HCH hielt die Begegnung lange offen und stellte den Tabellenführer vor eine anspruchsvolle Aufgabe.

Damit reist Hamburg zwar weiterhin ohne Bundesligasieg nach Dresden, aber mit einer ordentlichen Leistung beim Tabellenführer im Rücken. Gleichzeitig dürfte der Druck vor dem Pokalspiel nicht kleiner geworden sein: Nach dem Fehlstart in der Liga will sich der Bundesligist kaum wie im vergangenen Jahr erneut frühzeitig aus dem DHB-Pokal verabschieden.

Für den HC Elbflorenz ergibt sich damit eine interessante Ausgangslage. Die Dresdner haben gegen Leipzig trotz der 35:37-Niederlage Moral bewiesen – und wissen spätestens seit dem Pokalcoup der vergangenen Saison, dass sie Hamburg in der BallsportARENA schlagen können. Währende der HC Elbflorenz frei aufspielen kann, stehen die Nordlichter ihrerseits in Dresden schon etwas unter Druck, denn bei einem Ausscheiden in Dresden würden wohl bei den Hamburgern die ersten Alarmglocken angehen

Das Personal des Gegners

Auch personell gab es im Sommer einige Veränderungen. Besonders prägend ist das Karriereende des langjährigen Kapitäns Niklas Weller, der den Weg des Vereins vom Neustart bis zurück in die Bundesliga mitgegangen ist und inzwischen Präsident des Handball Club Hamburg ist.

Sportlich besonders schwer wiegt der Abgang von Jacob Lassen zu den Rhein-Neckar Löwen. Der dänische Rückraumspieler war in den vergangenen Jahren eine zentrale Figur im Hamburger Spiel. Für Handball-Experte Stefan Kretzschmar gehörte Lassen sogar zu den besten Entscheidungsspielern der Bundesliga.

Verstärkt wurde der Kader unter anderem mit Noah Beyer auf Linksaußen, Nicolai Daling im rechten Rückraum, Torhüter Leon Nowottny und dem norwegischen Kreisläufer Martin Hovde. Dazu gehört Jan-Christian Schmidt nun fest zum Bundesligakader. Mit dem 19-jährigen Alem Hadzic im Rückraum Mitte kam außerdem ein weiteres Talent hinzu.

Einen schweren Rückschlag musste Hamburg bereits zu Saisonbeginn verkraften. Moritz Sauter fällt nach einer schweren Verletzung langfristig aus. Damit fehlt den Hamburgern ein weiterer wichtiger Spieler im Rückraum.

Trotzdem verfügt Hamburg weiterhin über reichlich Qualität. Mit Elias Kofler, Oliver Norlyk und Toma Gadza stehen Trainer Torsten Jansen bundesligaerfahrene Akteure zur Verfügung. Insgesamt ist der Hamburger Kader jung, besitzt aber genügend individuelle Qualität, um den HC Elbflorenz vor große Aufgaben zu stellen.

Text: Wolfram Wegehaupt

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