[9. Spieltag] TuS Ferndorf vs. HC Elbflorenz Dresden 28:35 (14:17)
Ferndorfs Trainer Ceven Klatt hatte den HC Elbflorenz im Vorfeld als „aktuell beste Mannschaft der Liga“ bezeichnet. Gleichzeitig hofften die Gastgeber auf einen jener Favoritenstürze, für die die stimmungsvolle Stählerwiese in der Vergangenheit bekannt war. Doch ausgerechnet das Sieben-gegen-sechs-Spiel, mit dem Ferndorf den Tabellenführer vor Probleme stellen wollte, spielte den Dresdnern immer wieder in die Karten.
Dresdens Abwehr durchkreuzt Ferndorfs Pläne
Die Mannschaft von André Haber war auf das Spiel mit einem zusätzlichen Feldspieler hervorragend vorbereitet. Nach dem Motto „Wer den nächsten Zug erkennt, ist dem Gegner einen Schritt voraus“ antizipierten die Dresdner zahlreiche Anspiele bzw. eroberten immer wieder Bälle und bestraften die Fehler der Gastgeber konsequent. Trotz des zusätzlichen Angreifers musste sich Ferndorf seine Tore teilweise hart erarbeiten. Im klassischen Sechs-gegen-sechs-Spiel fanden die Siegerländer phasenweise sogar bessere Lösungen.
Dabei musste Dresden auf Marino Mallwitz verzichten. Der Torhüter war frisch Vater geworden und fehlte damit aus dem wohl schönsten denkbaren Grund. Robin Cantegrel übernahm zunächst zwischen den Pfosten und fand gut in die Begegnung. Später setzte auch der eingewechselte Oliver Sandin wichtige Akzente.
Die Gäste erwischten einen starken Start. Sebastian Greß hatte beim 6:3 bereits drei Treffer erzielt, wenig später führte Dresden erstmals mit fünf Toren (10:5). Ferndorf ließ sich jedoch nicht abschütteln. Einige Ungenauigkeiten im Dresdner Spiel, erfolgreiche Abschlüsse über den Kreis und Paraden des eingewechselten Torhüters Baranašić hielten die Gastgeber in der Begegnung. Kurz vor der Pause verkürzte Mikael Helmersson auf 14:17.
Die entscheidende Qualität: Antworten in schwierigen Phasen
„Siebenmal hinfallen, achtmal aufstehen“, lautet ein japanisches Sprichwort. Ganz so oft mussten die Ferndorfer zwar nicht aufstehen, doch ihre Hartnäckigkeit stellte den HC Elbflorenz mehrfach vor Herausforderungen. So kam der TuS beim 15:17 und 17:19 jeweils auf zwei Treffer heran. Auch die Möglichkeit zum 18:19 gab es für die Gastgeber. Die Dresdner hatten allerdings jedes Mal die passende Antwort. Die Sachsen bewahrten die Ruhe und stellten den Abstand immer wieder her. Selbst zwischenzeitliche Unterzahlsituationen brachten den HC Elbflorenz nicht aus dem Konzept.
Besonders deutlich wurde diese Stärke in der 41. Minute. Ferndorf hatte gerade auf 19:21 verkürzt, doch die Dresdner antworteten sofort. Nach dem Treffer zum 22:19 eroberte Greß den nächsten Ball und erhöhte im Tempospiel auf 23:19. Statt die Gastgeber weiter herankommen zu lassen, übernahm der Tabellenführer erneut die Kontrolle.
In der Schlussviertelstunde machten weitere Ballgewinne schließlich den Unterschied. Nach einem wuchtigen Treffer von Viktor Petersen Norberg zum 25:20 fing Dresden erneut einen Ball ab, Greß vollendete den Gegenstoß zum 26:20. Die Szene stand sinnbildlich für die starke Verbindung aus Abwehrarbeit und Tempospiel. Auch Sandin wurde mit wichtigen Aktionen im Tor zu einem Faktor.
Spätestens als Julius Dierberg fünf Minuten vor dem Ende per Siebenmeter auf 32:25 stellte, war die Entscheidung gefallen. Der HC Elbflorenz blieb konzentriert und brachte den verdienten 35:28-Erfolg souverän ins Ziel.
Fazit: Der HC Elbflorenz bestätigt mit dem dritten deutlichen Sieg in Folge seine beeindruckende Konstanz. Besonders die starke Abwehr gegen Ferndorfs Sieben-gegen-sechs-Spiel und die daraus resultierenden Ballgewinne waren entscheidend. „Vor allen Dingen wie Ballgewinne haben mich gefreut, weil wir die Woche über auch viel darin investiert haben, dass das gut klappt“, erklärte André Haber nach der Partie. Der Trainer lobte zudem, dass seine Mannschaft in den wichtigen Momenten ruhig geblieben sei und dem Druck der Gastgeber standgehalten habe. „Es zeichnet die Mannschaft aus, dass sie 60 Minuten durchzieht“, ergänzte Nils Fuhrmann. Mit nun 16:2 Punkten behauptet der HC Elbflorenz seine Tabellenführung.
Tore: Cantegrel/Sandin (beide Tor), Greß 9, Dierberg 7/3, Löser 5, Norberg 4, Fuhrmann 3, Stavast 2, Seidler 2, Bensch 1, Bláha 1, Skopár 1, Aktas 1, Thümmler, Meyer-Siebert, Preußner
Text: Wolfram Wegehaupt