[5. Spieltag] ASV Hamm-Westfalen vs. HC Elbflorenz Dresden 28:43 (13:22)
Der HC Elbflorenz hat die Englische Woche mit einem eindrucksvollen Auswärtssieg beendet. Nach den knappen Niederlagen gegen Leipzig und Hamburg ließen die Dresdner beim ASV Hamm-Westfalen von Beginn an keine Zweifel aufkommen und gewannen 43:28 (22:13). Eine starke Abwehr mit einem bestens aufgelegten Robin Cantegrel legte früh den Grundstein, offensiv überzeugte der HC Elbflorenz erneut mit mehr als 40 Treffern und vielen unterschiedlichen Lösungen. Besonders bemerkenswert: Auch im dritten Spiel innerhalb von sieben Tagen blieb Dresden bis zum Ende auf dem Gaspedal.
Abwehr und Cantegrel geben die Richtung vor
Hamm ging personell angeschlagen und mit eingeschränkten Wechselmöglichkeiten in die Partie. Zunächst setzte Lucas Firnhaber mit den ersten beiden ASV-Treffern Akzente, während Vincent Kreiselmaier und Benedeikt Kühn immer wieder das Eins-gegen-eins suchten. Doch der HC Elbflorenz bekam schnell Zugriff. Abwehr und Cantegrel arbeiteten hervorragend zusammen, Hamm musste sich nahezu jeden Treffer hart erarbeiten. Nach neun Minuten führte Dresden 5:2. Eine doppelte Unterzahl des ASV nutzten die Gäste konsequent, Greß traf zum 8:3 und kurz darauf stand es bereits 9:3.
Wie schon beim Auswärtsspiel in Essen erwischte der HC Elbflorenz damit einen starken Start. Vor allem Sebastian Greß bestimmte die Anfangsphase und hatte nach 16 Minuten bereits fünfmal getroffen. Haber gefiel besonders die Defensivarbeit: „Wir haben gegen eine Mannschaft gespielt, die viele Eins-gegen-eins-Spieler hat. Das haben wir in der Abwehr weitestgehend gut beherrscht und im Griff gehabt.“
Auch die Wechsel funktionierten. Besonders sehenswert war Ivar Stavasts Rückhandpass auf Ediz Aktaş, der vom Kreis den 13. Dresdner Treffer erzielte. Beide war kurz zuvor ins Spiel gekommen.
Beim 8:16 in der 23. Minute musste ASV-Trainer Jamal Naji bereits seine zweite Auszeit nehmen. Hamm reagierte mit dem siebten Feldspieler und fand dadurch offensiv bessere Lösungen. Beim 13:20 folgte die beste Phase der Gastgeber, doch Dresden antwortete und ging mit einer klaren 22:13-Führung in die Kabine. Cantegrel hatte bereits neun Paraden gesammelt.
Hamm sucht Lösungen – Dresden hat sie
Auch nach der Pause hielt Hamm zunächst am Sieben-gegen-Sechs fest. Auf das 14:22 antwortete Dresden mit einem sehenswerten Kempa zum 14:23, wenig später führte der HC erstmals mit zehn Toren. Insgesamt fehlten dem ASV im Positionsangriff nun zunehmend wieder die zündenden Ideen.
Dresden spielte dagegen kontrolliert, fand aber immer wieder den richtigen Moment für Tempo. Gerade angesichts der Belastung beeindruckte das auch Haber: „Eine Sache hat mir heute besonders gefallen: dass wir viel Tempo gegangen sind, obwohl wir drei Spiele in sieben Tagen hatten. Wir sind ständig auf dem Gaspedal geblieben. Da muss ich der Mannschaft ein Kompliment machen.“
Beim 30:17 in der 39. Minute waren die Kräfteverhältnisse endgültig geklärt. Auch die zahlreichen Wechsel brachten keinen Bruch ins Dresdner Spiel. Julius Meyer-Siebert: „Egal wie wir durchgewechselt haben, alle haben weitergemacht. Wir haben konsequent verteidigt, sind ins Tempo gegangen und einfach nicht nachgelassen.“
Für Meyer-Siebert war die Partie zugleich eine Rückkehr an seine ehemalige Wirkungsstätte: „Ich freue mich immer, wieder hier zu sein und viele Leute zu sehen. Wenn man dann selbst ein paar Akzente setzen kann und siegreich ist, ist das natürlich umso schöner.“
Kein Nachlassen trotz klarer Führung
Hamm bekam auch in der Schlussphase defensiv kaum Zugriff. Die ASV-Torhüter konnten nur wenige Akzente setzen, wurden von ihrer Abwehr allerdings häufig allein gelassen. Besonders beim Rückzug hatte der Aufsteiger Probleme.
Beim 35:23 nahm Haber noch einmal eine Auszeit und forderte trotz des deutlichen Vorsprungs weiter Tempo und defensive Konsequenz. Der HC Elbflorenz ließ tatsächlich nicht nach. Daniel Bláha erzielte fünf Minuten vor Schluss den 40. Dresdner Treffer zum 40:24, ehe der 43:28-Endstand feststand.
Fazit: Nach den kräfteraubenden Partien gegen Leipzig und Hamburg beantwortete der HC Elbflorenz die Frage nach den verbliebenen Energiereserven eindrucksvoll. Eine starke Defensive, Cantegrel im Tor und ein Angriff, bei dem die Wechsel keinen Qualitätsverlust brachten, sorgten für einen souveränen Auswärtssieg.
Trotz 43 eigener Treffer richtet sich der Blick innerhalb der Mannschaft weiter auf die Defensive. Meyer-Siebert: „Wir haben ein großes Ziel. Die Abwehr soll für uns ein Schlüssel zu diesem noch größeren Ziel Aufstieg sein. Bei all den vielen Toren, die wir werfen, dürfen wir das nicht vergessen, sondern müssen bis zum Schluss konsequent verteidigen.“
Mit dem 43:28 kehrt der HC Elbflorenz nach zwei knappen Niederlagen eindrucksvoll in die Erfolgsspur zurück und beendet die Englische Woche mit einem klaren Ausrufezeichen.
Cantegrel, Mallwitz (beide Tor) – Löser 3, Greß 6, Seidler 4, Thümmler 2, Bensch 2, Meyer-Siebert 6, Preußner 2, Stavast 2, Fuhrmann, Dierberg 4/2, Norberg 2, Aktaş 3, Bláha 2, Skopár 3
Text: Wolfram Wegehaupt