[2. Spieltag] HC Elbflorenz Dresden vs. TuS N-Lübbecke 37:31 (21:16)
Nach dem überzeugenden Saisonstart in Dormagen stand für den HC Elbflorenz das erste Heimspiel auf dem Programm. Zu Gast war mit dem TuS N-Lübbecke ein angeschlagener, aber gut besetzter Gegner, der nach zwei Pflichtspielniederlagen -einschließlich DHB-Pokal- auf eine Reaktion aus war. Die Dresdner wollten dagegen ihren Schwung mitnehmen und vor den eigenen Fans nachlegen. Alles war vor knapp 1800 Zuschauern angerichtet für einen spannenden Handballabend in der BallsportARENA.
Der HC Elbflorenz war vom Anwurf weg sofort auf Betriebstemperatur. Keine 50 Sekunden waren gespielt, als Oliver Seidler nach einem schnellen Ballgewinn zum 1:0 traf. Lübbecke brauchte dagegen fast zwei Minuten, um überhaupt erstmals ins Positionsspiel zu kommen, und gut fünf Minuten bis zum ersten Treffer. Gegen die offensivere 5:1-Deckung des TuS fand Dresden immer wieder Lösungen und bestrafte vor allem die Fehler der Gäste konsequent. Beim 7:2 hatte der HC Elbflorenz bereits sechs Tore über das Tempospiel erzielt. TuS-Trainer Davor Dominikovic reagierte früh und nahm nach gerade einmal 7:28 Minuten seine erste Auszeit.
Doch auch danach änderte sich zunächst wenig. Nach zehn Minuten stand es 9:3, die Dresdner Defensive arbeitete stark und dahinter war Marino Mallwitz sofort im Spiel. Nach 16 Minuten hatte der Torhüter der Dresdner bereits sieben Paraden gesammelt. Kurzzeitig wurde es etwas hitziger, nachdem Daniel Bláha im Gesicht getroffen worden war. Es war bis dahin fast das einzige Mal, dass Lübbecke wirklich auf Betriebstemperatur kam. Ansonsten lief der TuS dem HC Elbflorenz häufig hinterher. Das 16:9 nach 20 Minuten war Ausdruck der bis dahin klaren Kräfteverhältnisse.
Einer der wenigen Lübbecker in Normalform war Thies Bergemann. Der Rechtsaußen hielt seine Mannschaft mit sechs Treffern in der ersten Halbzeit zumindest einigermaßen im Spiel. Ab der 20. Minute schlichen sich beim HC Elbflorenz erstmals einige Fehler zu viel ein, während Lübbecke mit Tjorven Sturhahn auf der Mitte ein neues, dynamisches Element ins Angriffsspiel brachte. Ganz interessant: Der junge Sturhahn hatte am selben Tag noch 13 Uhr eine Prüfung geschrieben und war mit einem Vater nachgereist. Respekt! Der TuS kam durch ihn besser in die Partie, ohne den HC Elbflorenz ernsthaft ins Wanken zu bringen. So ging Dresden nach einer über weite Strecken sehr starken ersten Halbzeit mit einer verdienten 21:16-Führung in die Kabine.
Auch aus der Kabine kam der HC Elbflorenz zunächst besser und erhöhte mit zwei schnellen Treffern auf 23:16. Lübbecke antwortete jedoch und verkürzte auf 23:18. Insgesamt verlief der Beginn der zweiten Halbzeit deutlich ausgeglichener als die Anfangsphase der Partie. Beide Abwehrreihen bekamen in dieser Phase nicht den entscheidenden Zugriff, gleichzeitig ließ der TuS aber Möglichkeiten liegen, die sich durch einige Dresdner Fehler boten.
Und einen Unterschied gab es weiterhin: Wenn sich die Chance zum Tempospiel bot, nutzte sie der HC Elbflorenz deutlich konsequenter. Ein sehenswerter Gegenstoß zum 28:20 war dafür das beste Beispiel und zwang TuS-Trainer Davor Dominikovic in der zwölften Minute der zweiten Halbzeit bereits zur nächsten Auszeit. Doch auch danach kam Lübbecke nicht entscheidend näher. Mit dem 7-gegen-6 versuchten die Gäste ein weiteres taktisches Mittel, ohne den HC Elbflorenz damit nachhaltig vor Probleme zu stellen.
Nach 45 Minuten fiel bereits der 30. Dresdner Treffer: Dominik Skopár verwandelte vom Siebenmeterpunkt zum 30:22. Überhaupt fand der HC Elbflorenz immer wieder Lösungen über die Außen – ganz egal, ob über links oder rechts. Als Louis Bensch zum 33:24 traf, nahm Dominikovic knapp elf Minuten vor dem Ende seine dritte und letzte Auszeit. Zu diesem Zeitpunkt war die Partie gefühlt längst entschieden.
Damit blieb eigentlich nur noch die Frage, ob der HC Elbflorenz wie zuvor in Aue und Dormagen erneut die Marke von 38 Treffern erreichen würde. Lübbecke versuchte es in den Schlussminuten noch mit einer Manndeckung und konnte den Rückstand dadurch zumindest etwas verkürzen. Am Ausgang der Partie änderte das nichts mehr. Der HC Elbflorenz gewann auch in der Höhe verdient mit 37:31 und feierte einen souveränen ersten Heimsieg der neuen Saison.
Fazit: Der HC Elbflorenz legt einen rundum gelungenen Saisonstart hin und gewinnt nach dem Pokalerfolg in Aue und dem 38:31 in Dormagen auch sein erstes Heimspiel verdient mit 37:31. Vor allem die starke Anfangsphase, das Tempospiel und eine gute Abwehr legten früh den Grundstein für den Erfolg. Lübbecke steigerte sich ab der 20. Minute und präsentierte sich vor allem in der zweiten Halbzeit deutlich besser, konnte den HC Elbflorenz aber nie ernsthaft in Bedrängnis bringen. Die Dresdner hatten auf die verschiedenen taktischen Mittel des TuS immer wieder die passende Antwort und kontrollierten die Partie letztlich souverän. Drei Pflichtspiele, drei Siege – besser hätte der HC Elbflorenz kaum in die neue Saison starten können.
Tore: Cantegrel/Malwitz (beide Tor) Skopár 7/2, Seidler 5, Fuhrmann 4, Löser 4, Bensch 3, Norberg 3, Dierberg 3/1, Preußner 2, Stavast 2, Greß 2, Aktaş 1, Thümmler 1, Meyer-Siebert, Bláha
André Haber sagte nach der Partie: „Wir wollten von Beginn an hoch emotional sein und ein hohes Level an Mentalität und Einstellung mitbringen. Das ist uns mit dem 7:2-Start sehr gut gelungen. Wir haben erneut viele Tore geworfen und sind sehr gut ins Tempospiel gekommen, auch wenn wir in der zweiten Halbzeit mit einigen Ballverlusten den Vorsprung noch deutlicher hätten gestalten können. Ich freue mich sehr für die Mannschaft und bin stolz darauf, wie wir jetzt zum dritten Mal in ein Spiel gegangen sind. Wir haben Rückenwind, sind aber gut beraten, die Füße auf dem Boden zu lassen und weiter hart zu arbeiten. Diese Einheit und dieser Zusammenhalt müssen uns über die gesamte Saison tragen.“
Text: Wolfram Wegehaupt