9. Spieltag: HC Elbflorenz vs. VfL Eintracht Hagen 30:26 (14:14)

Veröffentlicht am 16.10.2017 von Redaktion

„MEGA-MEGA-Stolz“ – HC gewinnt nächstes Duell der Aufsteiger

Die Überschrift machte erneut HC-Trainer Christian Pöhler, denn er prägte den Begriff „mega-mega-stolz“, um die Leistung seiner Mannschaft nach dem Spiel zu beschreiben. Dabei verwies er nicht nur auf die erneut schwierige Personalsituation des eigenen Teams, sondern auch den Kampfgeist seiner Mannschaft. Warten wir also einmal ab, ob er sich irgendwann auch noch zu einem dritten Mega hinreißen lässt. (: Mega-stolz konnte man auch wieder auf das Dresdner Publikum sein, welche das Team wieder sehr gut unterstützte.

Vor 1269 Zuschauern traf nach knapp 1 Minute Roman Becvar zum 1:0. Nachdem sich beide Teams Fehlwürfe geleistet hatten, war es auf Seiten der Eintracht Bartosz Konitz der zum 1:1 traf. Damit ist beim VfL der über weite Strecken beste Akteur genannt. Der erfahrene Aufbauspieler wirkte jederzeit gefährlich und wenn er nicht selber traf, hatte er ein gutes Auge für seine Kreisspieler Pröhl und Renninger. Allerdings hatte der polnische Nationalspieler sein Pulver Mitte der 2. Halbzeit verschossen. Dabei hatte HC-Coach Niels Pfannenschmidt ihn bewusst nur im Angriff eingesetzt. Zunächst gestaltete sich das Spiel ausgeglichen, wobei die Gäste fehlerfreier agierten. Das wurde dann nach 10 Minuten auch belohnt, denn da erzielte der VfL nach Konter und vorherigem Ballverlust der Dresdner das 4:6. Die Chance auf 4:7 zu erhöhen verhinderte HC-Keeper Hendrik Halfmann mit einer starken Parade. Der Ex-Eintrachtler war es auch, der nun so richtig heiß lief und den Dresdnern mit seinen Paraden einige leichte Tore ermöglichte. Die Hagener kamen jetzt zunehmend aus dem Tritt und als Nils Gugisch einen Konterpass aus der Luft fing und gleichzeitig noch in der Luft stehend zum 8:6 verwandelte, wurde es auf den Zuschauerrängen noch lauter. Richtig laut wurde auch Niels Pfannenschmidt auf der VfL-Bank. Er nahm eine Auszeit und hatte kurz zuvor im Blick auf die Aktionen seiner Spieler, in Richtung dieser, seinen Gefühlen freien Lauf gelassen. Die Auszeit brachte zunächst nichts, denn die Dresdner erhöhten auf 10:6. Ein Kontertor durch Daniel Mestrum zum 10:7 erlöste die Hagener dann nach 7 torlosen Minuten. Die Dresdner konnten aber in der restlichen Spielzeit in Halbzeit 1 das Niveau nicht halten und die Gäste zogen sich nach und nach aus der Minikrise. Der HC leistete sich vor allem in den letzten Minuten der 1. Halbzeit zu viele Fehlwürfe, darunter auch vom Siebenmeterpunkt. Zudem agierten die Hausherren in Überzahl nicht immer zielstrebig. So war der VfL spätestens beim 13:13 durch Bartosz Konitz und dem 14:14 durch einen guten Julian Renninger wieder in der Partie. Dies war auch gleichzeitig der Halbzeitstand.

Nach der Halbzeitpause führte der Gast sein Hoch fort und der HC war nicht im Spiel. Um das 15. Tor zu erzielen brauchte der HC mehr als 6 Minuten. Bis dahin hatte die Hagener schon dreimal getroffen (15:17), auch weil die Dresdner vorher zwei Fehlwürfe sowie zwei Stürmerfouls produziert hatten. So nahm HC-Coach Pöhler in der 37. Minute eine Auszeit. Danach machte der HC aber sofort den nächsten Fehler und kassierte per Konter prompt das 15:19. Nun setzte Gabriel De Santis auf Dresdner Seite ein Zeichen. Erst erzielte er das 16:19 aus dem Rückraum, dann tankte er sich einen Angriff später durch die Hagener Abwehr. Der VfL erhielt eine Zeitstrafe und Tim-Philip Jurgeleit traf per Strafwurf zum 17:19. In der Folge waren die Dresdner wieder in der Partie, denn eine Halfmann-Parade ermöglichte im darauffolgenden Angriff das 18:19 durch Julius Dierberg. Beim Stand von 20:21 in der 45. Minute kam Mario Huhnstock ins HC-Gehäuse. Er parierte den Siebenmeter von Dragan Tubic und wurde in der Folge zu einem der wichtigsten Faktoren im Spiel der Sachsen. In der verbleibenden Spielzeit legte er noch 7 Paraden nach und brachte die VfL-Werfer zur Verzweiflung. Als der in der 2. Halbzeit stark aufspielende Gabriel De Santis zum 21:21 traf und der HC innerhalb kürzester Zeit, gestützt auf eine Huhnstock-Parade und einen VfL-Fehler zum 22:21 und 23:21 traf, nahm das Spiel die entscheidende Wendung. Bis die Hagener sich wieder etwas erholt hatten, war der HC schon auf 26:21 in der 53. Minute weggezogen. Das war die Vorentscheidung. Auch eine Auszeit des VfL und eine immer offensivere Deckung der Gäste nützte nichts mehr. Der HC brachte die Partie relativ sicher nach Hause. Am Ende gewann man durch einen Gugisch-Treffer mit 30:26. Der Rechtsaußen war mit 6 Treffern bester HC-Schütze an diesem Tag.

Fazit: Es war das erwartet andere Spiel als eine Woche zuvor gegen Coburg. Dabei hatten die Dresdner wieder mit argen Verletzungsproblemen zu kämpfen. So war vor der Partie auch noch Norman Flödl ausgefallen. Für ihn zog Co-Trainer Rico Göde sogar das Trikot wieder über und er spielte wie als wäre er nie weg gewesen. Am Ende gewannen die Dresdner aufgrund einer Leistungssteigerung in der 2. Halbzeit auch in der Höhe verdient. Dabei entschieden die Hausherren vor allem das Duell auf der Torwartposition klar für sich. Zudem leisteten sich die Gäste zwei jeweils fast 10-minütige Ausfallphasen im Spiel. In der 2. Liga ein natürliches KO-Kriterium.

VfL Trainer Niels Pfannenschmidt sagte nach dem Spiel: „Ich bin richtig sauer, wie wir ein Spiel so herschenken können. Das war ein totaler Blackout der gesamten Mannschaft, da kann ich niemanden rausnehmen. So etwas kann man dann irgendwann nicht mehr auffangen – und solche Phasen dürfen wir uns auch einfach nicht mehr erlauben. Mit solchen eklatanten Fehlern kann man in der 2. Bundesliga nicht bestehen.“

HC-Coach Christian Pöhler meinte nach der Partie: „Wenn ich nach dem letzten Spiel sagte, ich bin mega-stolz, muss ich jetzt sagen, ich bin mega-mega-stolz. Ich muss zugeben, vor der Partie hatte ich einige Bauchschmerzen. Norman Flödl hatte sich noch verletzt und Henning Quade hatte nach dem letzten Training auch Probleme. Meine Mannschaft hat den Matchplan aber heute überragend eingehalten. Vom Team im Tor war es die bisher beste Saisonleistung.“

ww

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