9. Spieltag: HC Elbflorenz vs. HSC 2000 Coburg 28:32 (13:16)

Veröffentlicht am 20.10.2019 von Pressestelle HC Elbflorenz

HC verliert erstmals zu Hause gegen Coburg

„Wie Achilles auf dem Laufband“, so kommt einem der HC gerade vor. Die Dresdner laufen und laufen und kommen irgendwie nicht wirklich von der Stelle. Und dann ist da noch diese „problematische Ferse“, nämlich die Dresdner Defensive. 

Was die Coburger in der 1. Halbzeit in Dresden spielten, war die beste Verbindung aus individueller Klasse und Mannschaftsspiel, was sich in den Dresden bisher in dieser Saison vorgestellt hat. So führten die Gäste auch verdient mit 13:16 zur Halbzeit. Bis zur 24. Minute (12:12) war es von beiden Teams ein richtig gutes Zweitligaspiel im Angriff. Die Defensive in Verbindung mit den Torhütern fand auf beiden Seiten kaum Zugriff auf den Gegner. Bei den Sachsen kam das zuletzt leider häufiger vor. Während der HC das Angriffsniveau – die Sachsen mussten, übrigens krankheitsbedingt ohne den etatmäßigen Spielmacher Sebastian Greß auskommen, „nur“ 25 Minuten mithalten konnte, war der HSC fast 30 Minuten im Angriff Herr des Geschehens. Zwei Fehlwürfe und zwei Fehlpässe der Hausherren ermöglichte es den Coburgern sich erstmals im Spiel abzusetzen. Den Oberfranken gelangen 4 Treffer in Folge zur 12:16 Führung. So war der HSC im Stile eines Spitzenteams da, als die Hausherren einmal kurz nachließen. Am Ende stand es 13:16 für den Gast, da der HC in Person von Michal Kasal traf. Der HC startete gut in die 2. Halbzeit und hatte innerhalb von 5 Minuten zum 16:16 ausgeglichen.

Vor allem ein an diesem Tag überragender Henning Quade zeigte nicht nur in dieser Phase eine starke Leistung. Seine beiden Treffer zum 14:16 und 15:16 sowie ein Treffer von Marc Pechstein waren für den Ausgleich verantwortlich. In der folgenden Viertelstunde entwickelte sich eine ganz enge Partie, in dem die Führung bis zum 24:25 für den HSC immer wieder wechselte und sich kein Team absetzten konnte. Genau bei diesem Spielstand zu Beginn der 51. Minute folgte die Zeit, in der die Dresdner das Spiel innerhalb weniger Minuten verloren. Zunächst vergab der HC einen Strafwurf – der Ball ging an den Innenpfosten und sprang aus dem Tor – dann trafen die Hausherren bis zur 58. Minute zweimal komplett frei nicht und produzierten in Überzahl einen unnötigen Fehler. Die Gäste machten es wie am Ende der 1. Halbzeit und waren da, als der HC eine Schwäche zeigte. So zogen die Gäste bis 3 Minuten vor dem Abpfiff auf 26:31 davon. Das war die Entscheidung. Am Ende stand ein 28:32 für die Coburger auf der Anzeigetafel und der erste Zweitligasieg der Gäste in Dresden war im dritten Anlauf perfekt. 

Fazit: Eines muss man vor der Länderspielpause festhalten, der HC zeigte sich im Blick auf das Spiel gegen Aue, Emsdetten und Rimpar konstanter und leistete sich bedeutend kürzerer „Schwächephasen“. Auch der Einsatz stimmte. Trotzdem bleibt eine Sache bestehen, die Dresdner können ihre Defensivschwäche in der Verbindung mit dem Torwartspiel auch gegen Coburg nicht ablegen. In den letzten drei Partien kassierte man im Schnitt 30 Gegentreffer. Nimmt man die bisherigen Gegentreffer über die Saison, ist der HC Tabellenschlusslicht.

HC-Trainer Rico Göde: „Wir gehen hier heute mit einer Zeitstrafe aus dem Spiel. Wir können nicht alles mit schönem Handballspiel lösen. So gut sind wir nicht. Wir müssen hinten einfach ekliger sein. Das war mir zu wenig. Da müssen wir Coburg mehr stressen.“

Man muss den Coburgern Respekt zollen. Sie gewannen am Ende verdient, waren in den Halbzeiten jeweils wie ein Spitzenteam da, als der HC sein Niveau nicht halten konnte. Die Oberfranken machten wenig Fehler und ließen sich nie wirklich aus der Ruhe bringen. Zudem hatten sie in Rechtsaußen Florian Billek sowie im reaktivierten Kreisspieler Dominik Kelm zwei sehr starke Aktivposten in ihren Reihen. Der Rest der Mannschaft fiel im Angriffsspiel da nicht viel ab. Am Ende wurde der HSC seiner Favoritenrolle gerecht und der HC seiner derzeitigen Rolle des „auf der Stelle laufenden Achilles“ auch. Das ist es auch wenig Trost, dass Gästetrainer Gorr in der PK sagte: „Wir mussten das erste mal in dieser Saison unsere Abwehr umstellen“ und dem HC damit ein kleines Kompliment für die Angriffsleistung machte.

Nach der Länderspielpause hat der HC nun mit den Partien gegen Krefeld (auswärts), Lübbecke (heim), Dormagen (auswärts) und Ferndorf (heim) vier Spiele vor sich, die wohl stark darüber entscheiden, wo die Reise bis zur Halbserie hin geht. Eines ist klar: Die HC-Defensive muss in die „Offensive“ gehen! 

Tore: Göres/Huhnstock (beide Tor), Pulay 1, Emanuel, Dierberg 2/1, Gugisch 3, Buschmann 2, Dumčius 3, Jungemann, Hoffmann, Vančo, Quade 8, Kasal 2, Tümmler 1, Pechstein 6/1, Cornelius

Text: Wolfram Wegehaupt
Bilder: Stephanie Fleischer

 

 

Die Pressekonferenz nach dem Spiel mit beiden Trainern:

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