29. Spieltag: HC Elbflorenz vs. HSG Nordhorn-Lingen 24:26 (8:13)

Veröffentlicht am 06.04.2019 von Pressestelle HC Elbflorenz

1.Halbzeit zu hohe Hypothek – HC unterliegt Nordhorn

Man muss für starke Leistungen dem Gegner natürlich Anerkennung zollen und das werden wir hier auch tun. Eines ist aber auch klar, dem Gegner viel Anerkennung zollen ist ein Sache, welche sich die Dresdner in der verbleibenden Spielzeit kaum noch leisten können. Das ist genau so eine harte Wahrheit wie die, dass die HSG sich die Anerkennung in Dresden redlich verdient hat.

Man kann eine Medaille immer von zwei Seiten betrachten. Im Blick auf die 1. Halbzeit muss man der HSG Nordhorn in der Defensive eine bärenstarke Leistung attestieren. Zudem diese Defensive von einem gut aufgelegten Bart Ravensbergen im HSG Tor noch positiv ergänzt wurde. Auf der andere Seiten trafen die Hausherren nur 8mal bei 21 Versuchen und das ist dann eben auch nicht tauglich für die 2. Liga. Ein sichtlich enttäuschter und sehr selbstkritischer HC Außen Julius Dierberg sagte nach der Partie: „Es lag auch 60 Minuten an unserer Chancenverwertung, da kann ich mich auch nicht rausnehmen.“ In den ersten 10 Minuten der Partie zeigten beide Abwehrreihen ihr Können und so stand es wenig später durch einen Greß-Treffer 3:4 aus Sicht der Gastgeber. Als in der 19. Minute Gabor Pulay vom Siebenmeterpunkt zum 5:6 traf, war der HC noch voll im Spiel, auch wenn er sich gegen die HSG-Defensive sichtbar schwer tat. Und wenn der HSG im Angriff nichts einfiel, brachte sie „einfach“ Georg Pöhle ins Spiel und der traf dann auch gern mal aus 11 oder 12 Metern in den Dresdner Kasten. In den nun folgenden 10 Minuten bis zur Halbzeit verlor der HC im Rückblick die Partie. Die Dresdner warfen in dieser Zeit 6mal auf das Tor des Gegners, trafen dabei aber nur noch 2mal. Die Gäste machten es besser und trafen, angeführt vom für allerhand Wirbel sorgenden Spielmacher Patrick Miedema, ihrerseits noch 5mal. Den Schlusstreffer der 1. Halbzeit erzielte für die Luca de Boer vom Kreis zum 8:13. Davor hatte die HSG ihre Überzahl genutzt, um De Boer mustergültig freizuspielen. 

HSG Trainer Heiner Bültmann nach dem Spiel zur 2. Halbzeit: „In der 2. Halbzeit haben wir  gar keinen Zugriff mehr in der Abwehr bekommen. Es ist dahingehend schon irgendwie verrückt diese beiden Halbzeiten verliefen. Gut war, dass wir bis zum 25:19 auch selber noch gut getroffen haben. Am Ende haben wir von diesem Vorsprung gezehrt.“ Damit hatte der HSG-Trainer die 2. Halbzeit in Teilen gut zusammengefasst. Als der im rechten Rückraum für die HSG agierende Julian Possehl in der 48. Minute zum 19:25 traf und HSG-Torhüter Björn Buhrmester 30 Sekunden danach Gabor Pulay einen Siebenmeter abkaufte, schien die Partie für den HC nicht mehr zu drehen. Allerdings bewiesen die Hausherren vor 1658 Zuschauern eine tolle Moral und schnupperten in der Folge fast noch an einer Überraschung. HC Keeper Mario Huhnstock schien jetzt zunehmend fast unüberwindbar und legte in den letzten 10 Minuten noch ein mal 6 Paraden auf die Habenseite. Der HSG Treffer zum 22:26 war der einzige in den letzten knapp 12 Spielminuten. Der HSG zitterte nun etwas das Händchen. Etwas mehr als 4 Minuten vor dem Ende hatte sich der HC auf 23:26 herangekämpft und agierte teilweise in einer offensiven Abwehr. Kurze Zeit später vergab der HC in Überzahl etwas überhastet die Chance zum 24:26, welches er dann 1 Minute vor dem Ende durch Sebastian Greß doch erzielte. Der HC war inzwischen in eine Manndeckung übergegangen und gewannen so 30 Sekunden vor dem Ende erneut den Ball. Der folgende Angriff brachte aber nichts mehr ein und die HSG einige Sekunden vor Ende in Ballbesitz. In dieser Zeit spielte sich die Gastmannschaft noch ein paar mal den Ball hin und her, um dann ins kollektive Jubeln überzugehen. 

Fazit: Christian Pöhler nach dem Spiel: „Wir haben uns in der 1. Halbzeit an der HSG-Abwehr sprichwörtlich die Zähne ausgebissen.“ Der HSG muss man eine richtig gute 1. Halbzeit attestieren und in der 2. Halbzeit zumindest in der Offensive noch gute knapp 20 Minuten. Das reichte dann auch zum am Ende verdienten Sieg. Über weite Strecken präsentierten sich die Gäste wie ein wirkliches Spitzenteam. Die Dresdner hatten sich durch eine zum wiederholten Male schwache Angriffsleistung, besonders eben in der 1. Halbzeit, irgendwie schon nach 30 Minuten der Chancen auf einen Sieg beraubt. Natürlich muss man dem Team von Christian Pöhler für die 2. Halbzeit und vor allem die Schlussphase auch Respekt zollen. Auf Dresdner Seite war es an diesem Tag Gabor Pulay, der mit 8/3 Treffern etwas herausragte. Damit haben die Sachsen nun schon 3 Punkte Abstand zum rettenden Ufer und noch 9 Spieltage Zeit dieses zu erreichen. Nun muss man von 9 Endspielen reden. Bei den Heimspielen braucht der HC dazu genauso eine tolle Unterstützung wie gegen Nordhorn, denn die Dresdner Fans gaben wieder Vollgas und waren in der Schlussphase ein echter Faktor.

Tore: Pulay 8/3, Dierberg 3, Emanuel, Gugisch 2, Buschmann, De Santis 1, Flödl 2, Kretschmer 5, Hoffmann, Greß 3, Kammlodt, Becvar, Quade, Kasal

Text: Wolfram Wegehaupt
Bilder: Stephanie Fleischer

 

 

Die Pressekonferenz mit beiden Trainern:

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